Wirtschaft : Henkel: Der Chemie- und Waschmittelkonzern kündigt höhere Dividende an

agr

Der Düsseldorfer Chemie- und Waschmittelkonzern Henkel räumt Probleme bei der Partnersuche für die Chemietochter Cognis ein. "Heute würden wir die Ausgliederung und geplante Trennung von der Cognis sicherlich anders angehen", sagte Finanzvorstand Jochen Krautter anlässlich der Präsentation der Neunmonatszahlen des Konzerns in Dublin. Der Konzern hat jetzt eine Investmentbank mit der Suche nach einem industriellen oder privaten Investor für Cognis beauftragt. Ursprünglich wollte Henkel die Mehrheit an der Cognis behalten, musste aber erkennen, "dass wir mit keiner der untersuchten Alternativen unsere Ziele erreichen konnten", erklärte Vorstandschef Ulrich Lehner. Daher prüfe das Unternehmen "jetzt alle Möglichkeiten, die auch den mehrheitlichen oder vollständigen Verkauf von Cognis" einschließen.

Ursprünglich wollte sich Henkel nur von einer Minderheitsbeteiligung an der Cognis trennen. Für die Chemietochter existierten darüber hinaus Börsenpläne. Das ist nun alles Schnee von gestern. Lehner will nun den Verkauf von Cognis "zügig" umsetzen. Es gebe zahlreiche Interessenten. Im Januar des kommenden Jahres soll eine Liste mit Angeboten vorliegen.

Kopfzerbrechen bereitet Henkel außerdem ein Gemeinschaftsunternehmen in den USA. Das Joint-Venture mit der Dial Corporation sei bisher eher enttäuschend verlaufen, räumte Lehner ein. Ziel des Joint-Ventures sei es gewesen, unter der in den USA bekannten Waschmittelmarke Purex neue Wasch- und Reinigungsmittel auf den Markt zu bringen. "Sollten Gespräche mit Dial zu dem Ergebnis kommen, dass die Gemeinschaftsfirma keine Zukunft hat, werden wir das Joint-Venture in den USA beenden."

Im Zuge der Konzentration auf die Kerngeschäfte Klebstoffe, Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel sowie die Hygiene-/Oberflächentechnik plant Henkel auch Verstärkungen. Um etwa in der Kosmetik von der heutigen Position elf zu den Top fünf aufzuschließen, prüft der Konzern Akquisitionen und Partnerschaften. Interesse hat Henkel beispielsweise an der Kosmetiksparte von Bristol Myers. Krautter betonte, dass Henkel trotz Firmenübernahmen von einer Milliarde Euro allein in diesem Jahr über ausreichende Finanzkraft verfüge, um eine Megainvestition zu stemmen. Mit Cognis könne Henkel außerdem Kasse machen, "wenn wir es brauchen".

Im laufenden Jahr peilt Henkel einen Umsatz von 12,5 (Vorjahr 11,4) Milliarden Euro und eine Nettoumsatzrendite von etwa vier Prozent an. Damit verfehlt Henkel den eigenen Zielwert von 4,5 Prozent. Beim operativen Ergebnis will Henkel zweistellig zunehmen. Krautter legte auch eine neue Mittelfristplanung vor. Danach will Henkel in den kommenden zehn Jahren den Umsatz aus eigener Kraft mehr als verdoppeln. 2005 soll die Ebitda-Rendite (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von heute voraussichtlich 12,5 Prozent auf 15 Prozent steigen. Das Ergebnis pro Aktie soll bis 2005 jährlich mit zweistelligen Raten zulegen. Lehner kündigte angesichts der Ergebnisentwicklungen zudem eine Erhöhung der Dividende an.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 9,4 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern kletterte um 24 Prozent auf 618 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg um 29 Prozent auf 359 Millionen Euro.

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