Wirtschaft : Henkel leidet unter dem starken Euro

Gewinn steigt durch das eingeleitete Sparprogramms

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Düsseldorf (tas). Für Europas führenden Waschmittelhersteller Henkel ist der derzeit starke Euro eine Belastung. Wie das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mitteilte, ist der Umsatz im zweiten Quartal (April bis Juni) auf Grund von Währungseinflüssen um 4,4 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen. Wird dieser Wechselkurseffekt heraus gerechnet, kommt Henkel zu einer Umsatzsteigerung von 3,4 Prozent. In Deutschland blieb der Umsatz wegen der Konsumzurückhaltung um 1,1 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2002. Die neuen Werbekampagnen, in den das Wort Qualität betont werde, zeigten aber Wirkung.

Positiv bemerkbar machte sich das eingeleitete Sparprogramm. Der Konzern erzielte dadurch im zweiten Quartal 2003 einen deutlichen Gewinnanstieg. Der Überschuss stieg um 11,4 Prozent auf 127 Millionen Euro. Alle Sparten, zu denen Kosmetik (Schwarzkopf) und Klebstoffe (Pritt) gehören, hätten das Betriebsergebnis verbessert. Der Aktienkurs zog am Montag leicht auf 57,90 Euro an.

Analysten zeigten sich mit der Geschäftsentwicklung des Konzerns zufrieden. Grund ist der Ausblick des Unternehmens. Im zweiten Halbjahr rechnet Henkel mit einer langsamen Erholung der Märkte. Die Ziele für 2003 würden nicht gekürzt, hieß es am Montag, in Düsseldorf. Das Betriebsergebnis soll wechselkursbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das Ergebnis je Aktie soll um knapp zehn Prozent höher ausfallen. „Es ist schon erfreulich, dass Henkel an seinen Zielen festhält, wenn man sieht wie Beiersdorf oder Wella zurückrudern müssen“, sagte Analyst Sven Dopke von der Bank M.M. Warburg. Die beiden anderen deutschen Kosmetikkonzerne hatten jüngst einen recht verhaltenen Ausblick für die zweite Jahreshälfte gegeben.

Weiteres Wachstum will der Vorstandsvorsitzende von Henkel, Ulrich Lehner, mit Hilfe von Zukäufen unterstützen. Regional verstärken wolle sich das Unternehmen vor allem in den USA und Asien. Für Übernahmen stehen nach Informationen aus Branchenkreisen etwa sieben Milliarden Euro zur Verfügung. Aus dem Verkauf der WellaBeteiligung über 6,86 Prozent erwartet Henkel einen Buchgewinn in zweistelliger Millionenhöhe.

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