Wirtschaft : Henkel zeigt sich gesprächsbereit

BONN (ADN).Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, seine Bereitschaft zur Teilnahme an Gesprächen über ein Bündnis für Arbeit bekräftigt und dazu ein konkretes Vorgehen angeregt.Henkel sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", er habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen Gespräche mit Regierung und Gewerkschaften, ganz gleich wie die Wahl ausgehe.Allerdings hätte eine neue Bündnisrunde kaum Erfolgschancen, sollte eine SPD-geführte Bundesregierung die bisherigen Reformen kippen.

SPD-Schattenarbeitsminister Walter Riester will bei einem Wahlsieg der SPD umgehend zu Gesprächen über ein Bündnis für Arbeit einladen.Wenn nötig, könne dies parallel zu Koalitionsverhandlungen erfolgen, sagte Riester dem "Focus".Dabei müsse der Kreis der Beteiligten möglichst kleingehalten und die Themenpalette begrenzt werden.Als negatives Beispiel nannte Riester die Konzertierte Aktion der 70er Jahre.Diese sei "auch an ihrer Größe" gescheitert.

SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder betonte am Donnerstag abend im Fernsehsender RTL, wichtigstes Ziel einer SPD-geführten Regierung bleibe die spürbare Reduzierung der Arbeitslosigkeit.Ein Bündnis für Arbeit werde die vernünftigere Verteilung der Arbeit regeln.In Deutschland müßten die Rahmenbedingungen geändert werden, damit der Aufschwung den Arbeitsmarkt erreiche.

Dagegen bekräftigten mehrere Bundesminister am Freitag, daß die Trendwende am Arbeitsmarkt erreicht sei.Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) sagte im Bundesrat, dies werde von niemandem mehr geleugnet.Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sagte in der Länderkammer, der Aufschwung sei auf dem Arbeitsmarkt angekommen.Im September werde die Zahl der Arbeitslosen im Westen zum neunten Mal und im Osten zum vierten Mal in Folge unter dem Vorjahresstand liegen.

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