Hennigsdorf : Volle Auftragsbücher bei Bombardier

Von Krise kaum eine Spur: Zusätzliche Arbeitskräfte und ein höherer Umsatz erfreuen das Hennigsdorfer Werk. Anders als im Schienenverkehr, streicht der Weltkonzern in seiner Flugzeugsparte demnächst allerdings mehr als 1300 Stellen.

Hennigsdorf - Trotz der weltweiten Krise schaut der kanadische Verkehrstechnikhersteller Bombardier optimistisch in das weitere Jahr. Für die kommenden Monate gebe es ausreichend Aufträge, außerdem stünden vielversprechende Ausschreibungen an, sagte Standortmanager Marc Diening am Montag in Hennigsdorf. „Die Krise macht sich bei uns noch relativ wenig bemerkbar“, sagte Diening. Ein Grund dafür sei, dass die Lieferfristen oft bis zu zwei Jahre betragen. Besonders gut laufe das Geschäft mit Elektro- und Diesellokomotiven.

Die schwedische Staatsbahn und die Metro in Singapur sind dem Unternehmen zufolge derzeit besonders lukrative Kunden. Viel verspricht sich der Konzern auch von einer aktuellen Ausschreibung der Deutschen Bahn: Mehrere hundert neue ICE-Züge will der Staatskonzern bauen lassen. Neben Bombardier bewirbt sich auch Siemens um den Auftrag in Milliardenhöhe.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Hennigsdorfer Standort eigenen Angaben zufolge „mehrere hundert Millionen Euro“ Umsatz gemacht, die 500-Millionen-Euro-Marke aber nicht erreicht. „In diesem Jahr rechnen wir mit zehn Prozent mehr Umsatz“, sagte Diening.

In dem Werk im Norden Berlins arbeiten 2000 Beschäftigte, 500 davon in der Montage. Rund 150 Arbeitskräfte wurden im vergangenen Jahr eingestellt. In Hennigsdorf baut der Konzern vor allem die weltweit gefragten Triebwagen. Auch die Endmontage eines neuen Straßenbahntyps für den Berliner Innenstadtverkehr findet in dem Traditionswerk statt, dass 2010 sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Anders als im Schienenverkehr, streicht der Weltkonzern in seiner Flugzeugsparte demnächst allerdings mehr als 1300 Stellen – vor allem in Nordamerika. Der Stellenabbau soll in fünf Monaten abgeschlossen werden. „Die Branche erlebt starke Turbulenzen, und wir erwarten kurzfristig noch stärkere Schwankungen“, teilte die Konzernzentrale im kanadischen Montreal vor wenigen Tagen mit. Weltweit machte Bombardier 2007 zwölf Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt knapp 60 000 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern.hah

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