Wirtschaft : Herlitz-Ergebnis leidet unter Volga-Fabrik

Aktionäre kritisieren Vorstand

MÜNCHEN (tmh).Das Desaster mit der russischen Papierfabrik AO Volga haben die Aktionäre der Herlitz International Trading (Hit) AG, Ismaning bei München, mit deutlichen Worten kommentiert."Der Traum von der Papierproduktion ist wie eine Seifenblase geplatzt," resümmierte am Mittwoch in München ein Aktionär zur Hauptversammlung über den gescheiterten Ausflug des zum Berliner Herlitz-Konzern zählenden Papierhändlers.Hit gehe nun angeschlagen in die Knie, vermutete ein anderer.Noch sei nicht klar, ob AO Volga endgültig zum Flop werde, konterte Hit-Vorstand Gerard Jaslowitzer.In seinen Ausführungen wurde aber deutlich, daß es offenbar schwerer als vorgestellt ist, für die hoch defizitäre Papierfabrik einen Käufer zu finden und damit den Verlustbringer wie beabsichtigt aus den Bilanzen zu bringen.Hit sei zum Krisenmanagement gezwungen.Zu AO Volga werde in ein bis zwei Monaten eine Grundsatzentscheidung fallen.Es sei aber möglich, daß sich kein Käufer finde.Dann müßte Hit den russischen Verlustbringer noch bis zu einem Jahr managen.Wie danach eine Lösung aussehen könnte, sagte Jaslowitzer nicht.1997 werde für Hit entscheidend von AO Volga beeinflußt, wo es Liquititätsenpässe und Stillstände gebe.Die Umsatzpläne korrigierte Hit von 600 auf 540 Mill.DM deutlich nach unten, will nach Vorjahresverlusten aber schwarze Zahlen schreiben.Ein konkretes Zukunftskonzept blieb der Vorstand allerdings schuldig.Die Dividende wurde schon für 1996 gestrichen.

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