Wirtschaft : Herlitz läßt erneut Dividende ausfallen

Das Rußland-Engegament hinterläßt weiter Spuren

BERLIN (dpa).Der Berliner Papier-, Büro- und Schreibwarenhersteller Herlitz läßt erneut die Dividende ausfallen.Die Herlitz AG teilte in ihrem am Donnerstag in Berlin vorgelegten Zwischenbericht mit, 1997 bestehe kein Spielraum für eine Dividende.Es sei nicht auszuschließen, daß sich die Konzernverluste in der Größenordnung des Jahres 1995 bewegen könnten.Damals war ein Verlust von 130 Mill.DM ausgewiesen worden.Der Konzern ist vor allem durch hohen Abschreibungsbedarf der Handelstochter HIT nach einem gescheiterten Rußland-Engagement in Schwierigkeiten geraten.Nach dem Ausfall der Dividende für 1995 war die Ausschüttung für 1996 wieder aufgenommen worden.Im Frühjahr hatte der Vorstand für dieses Jahr noch ein Konzernergebnis von 27 Mill.DM prognostiziert und eine moderate Ausschüttung signalisiert, die auf der Hauptversammlung Mitte Juli bereits wieder in Frage gestellt worden war. Im 1.Halbjahr sei das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf ein Minus von 37 Mill.DM gerutscht gegenüber einem Verlust von 18 Mill.DM im Vorjahreszeitraum.Darin sei nicht die Wertberichtigung in Höhe von 86,6 Mill.DM der Herlitz International Trading (HIT), Ismaning bei München, für das geplatzte Engagement bei der Papierfabrik Volga in Rußland berücksichtigt.Der Konzernumsatz sei in den ersten sechs Monaten von 776 Mill.DM auf 699 Mill.DM gefallen.Nachfolger des ausgeschiedenen HIT-Vorstandsvorsitzenden werde zum 1.September Herlitz-Vorstand Detlef Stronk.Im ersten Halbjahr erzielte HIT einen Umsatz von 229 (Vorjahr 265) Mill.DM.1997 werden 400 Mill.DM erwartet. Im Herlitz-Kerngeschäft Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) sei der Umsatz durch Preisverfall belastet worden.Er liege mit 482 Mill.DM unter Vorjahresniveau.Für das Gesamtjahr werde jedoch mit einem "signifikanten Umsatzwachstum" gerechnet, das durch Firmenakquisitionen und breitere Aktivitäten getragen werde.Das negative Vorsteuerergebnis betrug zehn Mill.DM und war damit knapp drei Mill.DM besser als im Vorjahr.Für das gesamte Jahr werde ein Ergebnis deutlich über Vorjahresniveau (18 Mill.DM) erwartet. Die Filialkette McPaper, über deren Verkauf Herlitz gegenwärtig mit der Postbank verhandelt, erhöhte den Umsatz im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahresniveau leicht auf 61,2 Mill.DM.Der Verlust sank dabei leicht auf 6,4 Mill.DM.Für das Gesamtjahr werde eine Umsatz etwas über Vorjahr (148,3 Mill.DM) und auch beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (1,2 Mill.DM) erwartet.Bei der Immobilientochter Falkenhöh ging der Umsatz auf acht Mill.DM zurück nach 22,2 Mill.DM im entsprechenden Vorjahreszeitraum.Für 1997 werden 130 (118) Mill.DM erwartet.

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