Wirtschaft : Herlitz setzt voll auf das Fan-Geschäft

Berliner gründen eigene Tochter, um Bundesliga-Artikel zu vermarkten / Auch Hertha im Angebot

BERLIN (-olm/dpa).Das Wachstumspotential für die bunte Vielfalt der Fan-Artikel rund um den Fußball kennt keine Grenzen: 300 000 Stadionbesucher pro Spieltag im Saisondurchschnitt und 15 Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten garantieren eine steigende Nachfrage.Etwa 26 Mill.DM setzte der Berliner Büroartikelhersteller Herlitz im zurückliegenden Geschäftsjahr mit Mützen, Wimpeln, Schulranzen, Kulis, Maletuis, Schals oder T-Shirts um.Damit liegt man voll im Trend.Grund genug, den Geschäftsbereich jetzt auszuweiten. Angeheizt von Fußballsendungen wie "ran" oder Werbeanzeigen in auflagenstarken Printmedien wie "Stern", "TV Spielfilm", "TV Movie", "Kicker" und "Bravo Sport" spricht die Branche inzwischen von einem Quantensprung ihrer Absätze.Vorbild sind die USA.Hier wird der Umsatz innerhalb der Kernsportarten auf jährlich mehr als 10 Mrd.Dollar geschätzt.Mit der Gründung einer eigenen Herlitz Merchandising GmbH - gemeint ist die Vermarktung der auf die Vereine zugeschnittenen Artikel - soll der steigenden Einkaufslust der Fans, ihrer Eltern und Freunde Rechnung getragen werden.Über 50 Prozent der verkauften 60 bis 200 verschiedenen Artikel sind Geschenke, sagte Geschäftsführer Klaus Herlitz zur Eröffnung der neuen Gesellschaft am Montag. Die Möglichkeiten, die Produktpalette etwa durch aktuelle Modeartikel zu erweitern, sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.Bis zu 3000 Artikel sollen in den nächsten zwei Jahren die Regale füllen.Auch Walter Gröling, in den ersten Monaten verantwortlich für die neue Gesellschaft, ist optimistisch.Er geht davon aus, daß nach einem Umsatzsprung in 1997 auf 40 Mill.DM schon 1999 die 100-Millionen-Grenze zu erreichen ist.Vertrieben werden die Produkte in zunächst etwa 100 Fan-Shops und Fan-Abteilungen, die in entsprechenden Warenhäusern oder auch dem Sportfachhandel eingerichtet werden.Dabei lautet Grölings Devise, den Absatz durch Vielfalt und Abwechslung zu beleben.So wird man auf Jahresfeste wie Weihnachten oder Ostern ebenso reagieren, wie auf Modetrends oder spezielle Fanwünsche.Grundlage für das attraktive Geschäft sind die zunächst auf drei Jahre abgeschlossenen Lizenzverträge mit den Vereinen.Bis auf Bielefeld, Duisburg, Leverkusen und Wolfsburg sind alle Mannschaften der Ersten Bundesliga mit Herlitz handelseinig geworden.Auch für die Vereine selber macht sich die zusätzliche Einnahmequelle durchaus bezahlt.Wie Hertha-Manager Dieter Hoeneß sagte, kämen über die insgesamt 50 vergebenen Lizenzen jährlich rund 700 000 DM in die HerthaKasse.Mit zunehmender Standfestigkeit in der Spitzenliga und wachsender Begeisterung unter den Fans hält Hoeneß einen Betrag oberhalb der Millionen-Grenze durchaus für möglich.Herlitz zahlt den Vereinen an Lizengebühr 15 Prozent vom Einkaufspreis des Handels.Eine höhere Spanne, so Klaus Herlitz, würde nur die Preise erhöhen und der Produktpriraterie Vorschub leisten, die heute bereits mehrere Hundert Millionen DM abschöpft. Wie Herlitz weiter mitteilte, verhandelt man derzeit mit vier Interessenten intensiv über den Verkauf der Filialkette McPaper AG.Die Tochter solle bis Mitte 1998, spätestens aber Ende 1998 veräußert sein.

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