Wirtschaft : Herlitz will bis 1998 wieder schwarze Zahlen schreiben

Bieterverfahren für Ladenkette McPaper eingeleitet

BERLIN (cbu/HB).Der Berliner Schreibwarenkonzern Herlitz AG will 1998 wieder die Gewinnzone erreichen, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Karel de Vries, gegenüber dem Handelsblatt.Die Wiederaufnahme der Zahlung einer Dividende, die für 1997 ausfallen muß, sei für 1998 eine "realistische Möglichkeit", sagte de Vries.Für 1997 werde voraussichtlich ein Minus von 80 bis 90 Mill.DM ausgewiesen.Mitte 1997 war noch von einem möglichen Verlust in Höhe von rund 130 Mill.DM die Rede.Doch die Verringerung des Herlitz-Anteils am Papierhandelshaus Herlitz International Trading AG (HIT), Ismaning bei München, auf unter 50 Prozent führe dazu, daß der HIT-Verlust von 90 Mill.DM nur noch anteilig ergebniswirksam ausgewiesen werden muß, sagte de Vries.Dadurch werde das Minus im Konzern um etwa 45 Mill.DM geringer ausfallen als erwartet.Auch der HIT-Umsatz werde für 1997 in der Herlitz-Konzernrechnung nicht berücksichtigt.HIT werde 1997 rund 436 Mill.DM umsetzen, hieß es.Der gesamte Konzern-Umsatz soll 1997 den Angaben zufolge dann bei etwa 1,45 Mrd.DM liegen, nach 1,74 Mrd.DM für 1996. Die Krise im Konzern sei weitgehend gemeistert.Insbesondere für den Kernbereich PBS sieht de Vries eine positive Entwicklung.Der Umsatz werde 1997 um gut 7 Prozent auf 1,215 Mrd.DM steigen.Für 1996 hat dieser Bereich ein Plus von 18 Mill.DM ausgewiesen.Die Gewinnlage werde sich in diesem Jahr um 30 bis 40 Prozent verbessern.Mittelfristig erwartet de Vries für den PBS-Bereich deutliche Impulse aus dem stark steigenden Osteuropa-Geschäft.Zudem könne Herlitz durch neue Vertriebsstrukturen, nämlich über große Bürofachmärkte, Versandketten und direkten Bürofachhandel, sowie mit neuen Produkten seine Stellung als Branchenführer stärken. Zu den Plänen, die Einzelhandelstochter Mc Paper AG, die Immobilientochter Herlitz Falkenhöh AG sowie HIT veräußern zu wollen, meinte de Vries, man stehe nicht unter Zeitdruck.Beim Verkauf von Mc Paper habe man die Merchant-Bank Deutsche Morgan Grenfell eingeschaltet, die ein Bieterverfahren einleitet.Die Verhandlungen mit der Deutsche Post AG, mit der man sich noch nicht über den Kaufpreis einigen konnte, seien damit aber nicht gescheitert.Mit den Verkaufsverhandlungen für Herlitz Falkenhöh sei die Dresdner-Bank-Tochter Kleinwort Benson beauftragt worden.Hier suche man mit "sehr viel Ruhe" einen Interessenten. Mit Sorge beobachtet de Vries den Kursverfall der Herlitz-Aktie, die in der vergangenen Woche unter 100 DM gefallen war.Die derzeitige Börsenkapitalisierung liege mit etwa 370 Mill.DM unter dem Substanzwert von 450 Mill.DM, erklärte de Vries.Vor diesem Hintergrund werde ein Anstieg des Herlitz-Kurses erwartet.

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