Wirtschaft : Herlitz will die Trendwende schaffen

Noch keine Entscheidung über Verkäufe von Töchtern BERLIN (dpa/dr).Der Berliner Schreibwarenkonzern Herlitz AG will nach einem Verlust von 90 Mill.DM im vergangenen Jahr in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.Wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte, werde wieder mit einem positiven Konzernergebnis gerechnet.Der Konzernumsatz werde sich gegenüber dem Vorjahresniveau von 1,4 Mrd.DM leicht erhöhen. Für den Kernbereich Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) werde 1998 ein weiterer Umsatz- und Gewinnzuwachs erwartet.1997 erhöhte PBS seinen Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent auf 25 Mill.DM und seinen Umsatz um fünf Prozent auf 1,19 Mrd.DM. Die Finanzbeteiligungen Herlitz Falkenhöh AG (Immobilien), die Handelstochter Herlitz International Trading AG (Hit), München, und die Einzelhandelskette Mc Paper AG würden 1998 keine Belastung für das Konzernergebnis bringen.1997 war der Konzern vor allem durch hohen Abschreibungsbedarf der Handelstochter Hit nach einem gescheiterten Rußland-Engagement in Schwierigkeiten geraten.Das Rußland-Engagement sei verkraftet worden, hieß es jetzt.Management- und Vertriebsverträge seien aufgelöst worden.Alle Risiken sein abgeschrieben worden. Wie Herlitz weiter mitteilte, werde sich der Konzern wie geplant von Beteiligungen trennen."Es ist zu erwarten, daß in Folge der laufenden Bieterverfahren beziehungsweise Verhandlungen nicht mehr alle derzeitigen Finanzbeteiligungen zum Konzern gehören werden." Man wolle jedoch ohne Zeitdruck "intelligente Lösungen" erreichen, hieß es weiter. Die Aufsichtsräte der Herlitz AG und der Herlitz PBS AG beriefen zudem Martin Kleinschmitt zum Vorstandsmitglied der Herlitz AG sowie Andreas Resch zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der Herlitz PBS AG.Sie übernähmen die jeweiligen Aufgaben von Peter Franzke beziehungsweise Klaus Albig, die aus Altersgründen in den Ruhestand träten. Pressesprecher Immo von Fallois erklärte auf Anfrage, man sei in Gesprächen bei allen drei Beteiligungen.Während diese bei Mc Paper - als möglicher Einsteiger wird immer wieder die Post genannt wird - am weitesten fortgeschritten seien, lasse man sich bei Hit am meisten Zeit.Im übrigen gebe es neben der Post mehrere Interessenten für Mc Paper.Zu Falkenhöh, wo die Dresdner Bank oder ein ihr verbundenes Unternehmen ins Gespräch gebracht werden, mochte er nicht konkret äußern.Herlitz hat sich jedoch in dieser Frage an Kleinwort Bensen einer Tochter der Dresdner Bank gewandt. Zur Gewinnentwicklung meinte Fallois, gegenwärtig sei der Kurs der Aktie ein Kaufkurs.Es gebe die "realistische Möglichkeit" einer Dividendenzahlung.Deren mögliche Höhe stehe aber noch nicht fest.

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