Wirtschaft : Herlitz will sich allein aus der Krise befreien

BERLIN (dr).Die Herlitz AG, Berlin, will den Weg aus der Krise alleine gehen, doch der Weg ist noch weit und steinig.So werden auch in diesem Jahr im Konzern noch keine schwarzen Zahlen geschrieben und auch für das kommende Jahr sind Gewinne nicht in Sicht.Allerdings, so der Vorstandsvorsitzende Karel de Vries am Mittwoch vor der Presse, werde der Konzernverlust im laufenden Geschäftsjahr deutlich niedriger sein als 1997 (101 Mill.DM).De Vries stellte ein umfassendes Restrukturierungsprogramm vor, durch das die das Stammgeschäft betreibende Herlitz PBS AG schlagkräftiger werden soll und gleichzeitig erhebliche Kostensenkungen möglich sein sollen.Nach seinen Worten sind im Stammgeschäft mit Papier-, Büro- und Schreibwaren mittelfristig Einsparungen von rund 50 Mill.DM pro Jahr möglich.Das Programm werde bereits umgesetzt und soll bis Ende 1999 abgeschlossen sein.Strategische Partnerschaften, über die in jüngster Zeit viel spekuliert worden ist, seien "nicht dazu da, unser Überleben zu sichern".Herlitz betrachtet eine solche Option vielmehr unter dem Gesichtspunkt beispielsweise in Frankreich und Skandinavien zu expandieren.

Kernstück des Programms ist die bereits erfolgte Bündelung vorhandener Aktivitäten in sieben marktorientierten Unternehmenseinheiten.Bereits aufgegeben wurde der Standort Haan der Tochtergesellschaft Becker Falken.Außerdem wurde die Logistik in Falkensee zusammengefaßt.Die lohnintensive Kleinserienfertigung soll verstärkt nach Polen und Tschechien verlagert werden.Zudem ist die Zahl der Vertriebsbüros von sieben auf vier verringert worden.Schließlich wurde das Sortiment um 25 Prozent auf jetzt knapp 10 000 Artikel verkleinert.Allerdings ist die Restrukturierung auch mit einem erheblichen Personalabbau verbunden.So sollen im laufenden Jahr 250 und im kommenden Jahr nochmals etwa 250 Arbeitsplätze gestrichen werden.In Tegel werden im ersten Schritt etwa 80 bis 100 Stellen und im zweiten 100 bis 200 Stellen gestrichen.In Falkensee werden zunächst 100 bis 120 Arbeitsplätze abgebaut.Insgesamt beschäftigt der Konzern derzeit rund 4600 Mitarbeiter.

Zum Thema Hit meinte de Vries, das Handelshaus sei saniert, aber man habe noch keinen Versuch unternommen, es zu verkaufen.Gleiches gelte für die Immobiliengesellschaft Falkenhöh.

Finanzvorstand Martin Kleinschmitt teilte mit, in den ersten neun Monaten 1998 habe sich das negative Ergebnis der PBS-Gruppe gegenüber dem ersten Halbjahr von minus 25,4 Mill.DM auf minus 20,0 Mill.DM verbessert.Den Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen gab er mit 877 (Vorjahreszeit 888) Mill.DM an.Auch für das vierte Quartal zeigte sich Kleinschmitt zuversichtlich.

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