Wirtschaft : Herzog für befristete Ost-Hilfen

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FRANKFURT (MAIN) .(ro).Die Frankfurter Festhalle war dem Anlaß angemessen glanzvoll ausgestattet, und über 3000 Gäste - an der Spitze Bundespräsident Roman Herzog und Finanzminister Theo Waigel - waren gekommen, um mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) deren 50.Geburtstag zu feiern.Das etwas angestaubte Image der Bank sollte offenkundig aufgepeppt werden, mit einer modernen Präsentation und einer Zeitreise per Videowand durch 50 Jahre KfW-Geschichte."Wir haben uns immer als Bank gefühlt und nicht als Anstalt, schon gar nicht als Behörde", rief KfW- Vorstandssprecher Gert Vogt denn auch ins weite Rund der Festhalle.Alle Redner spendeten der bundeseigenen Bank für ihre Tätigkeit seit 1948 dickes Lob - bei der Weiterleitung der Marshall-Plan-Gelder, bei der Förderung der deutschen Wirtschaft, bei der Unterstützung des Mittelstandes, bei ihrer Arbeit für die Entwicklungsländer und bei ihren Anstrengungen für Ostdeutschland.Für Bundespräsident Roman Herzog ist kaum eine andere Institution wie die KfW so eng mit der Geschichte der Bundesrepublik verbunden."Sie ist eine Erfolgsstory", die auch nach der Wiedervereinigung ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt habe.Auch in Zukunft werde das Institut hierbei noch eine wichtige Rolle spielen.Die Umstrukturierung im Osten sei noch lange nicht abgeschlossen."Staatliche Transfers von West nach Ost bleiben noch für geraume Zeit unerläßlich", betonte Herzog.Er machte freilich auch klar, "daß diese Transfers nur temporären Charakter haben dürfen."

Auch nach Ansicht von Finanzminister Waigel, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der KfW, bleibt das Institut in den nächsten Jahren gefordert.Für den Aufbau Ost habe die KfW bislang Förderkredite von mehr als 125 Mrd.DM zur Verfügung gestellt.Exportfinanzierung, Mittelstandsförderung und Entwicklungshilfe würden nicht an Bedeutung verlieren.Waigel wies immer wieder aufkommende Kritik an angeblich unzulässigen Subventionen durch die KfW zurück.Das Instrumentarium der Bank sei in Ordnung, es beinhalte keine unzulässigen Beihilfen im Sinne der EU.

KfW-Vorstandssprecher Gert Vogt bekundete die Bereitschaft seines Hauses, die deutsche Wirtschaft weiter zu begleiten, im In- wie im Ausland."Dies ist kein Schönwetterversprechen.Gerade in den jüngsten Finanzkrisen in Asien haben wir gezeigt, daß wir ein verläßlicher Partner sind, der den Schirm nicht zurückzieht, auch wenn es einmal einen kräftigen Regenschauer gibt", beteuerte der Bankenvorstand.

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