Wirtschaft : Heuschnupfenmittel

Wegen der Gesundheitsreform ist die Medizin teurer geworden

Maren Peters

PREIS DER WOCHE

Für Heuschnupfengeplagte kommt es in diesem Frühjahr besonders dick: Sie müssen sich nämlich nicht nur mit den lästigen Symptomen der allergischen Erkrankung herumplagen, sondern für viele Gegenmittel auch noch sehr viel mehr Geld bezahlen als im Vorjahr. Das liegt nicht daran, dass die Hersteller die Preise erhöht haben, sondern ist Folge der Gesundheitsreform, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Viele Arzneimittel, die ohne ärztliches Rezept vom Patienten in der Apotheke gekauft werden können, dürfen von den Kassen nicht mehr erstattet werden. Die Folge: Der Patient zahlt den vollen Preis selbst. Und das kann richtig teuer werden.

Das Heuschnupfenpräparat des Kerpener Herstellers UCB, Zyrtec, ist beispielsweise teurer geworden. Es bekämpft die typischen Begleiter Niesen, Nasenlaufen, Augenjucken und Tränenfluss. Im vergangenen Jahr musste ein Patient für 20 Zyrtec-Filmtabletten noch vier Euro bezahlen – so hoch war die Rezeptgebühr in der Apotheke. Da das Medikament erstattungsfähig war, zahlte die Krankenkasse in der Regel den Rest. Das ist jetzt anders: Im Zuge der Gesundheitsreform ist Zyrtec aus dem Netz der Erstattungsfähigkeit herausgefallen – der Patient muss für seine Packung mit 20 Tabletten nach Angaben des Herstellers jetzt den vollen Apothenverkaufspreis von 16,85 Euro bezahlen. Das gilt auch für Konkurrenzprodukte. So zahlten Verbraucher für 50 Tabletten des Nachahmerpräparats Cetirizin, das unter anderem von Hexal angeboten wird, früher nur die Rezeptgebühr von 4,50 Euro (Hexal), heute in der Regel den vollen Apothekenverkaufspreis von 14,85 Euro.

Einen Preisvergleich zu machen, lohnt sich aber trotzdem. Denn die Apotheker dürfen auf rezeptfreie, nicht erstattungsfähige Medikamente Rabatte geben. Das erklärt auch die saisonal bedingten Sonderangebote in der Apotheke um die Ecke. Noch günstiger als in der traditionellen Apotheke sind viele Heuschnupfenmittel in den neuen Versandapotheken. So kosten zum Beispiel 50 Pillen Cetirizin von Hexal bei der Internetapotheke Apondo.de 13,37 Euro, bei Apotheker-schaefer.de 12,62 Euro und bei Aponuova.de 11,88 Euro. Aber auch hier kann es teurer werden: Liegt die Bestellung unter einem bestimmten Mindestwert, fallen zusätzlich Lieferkosten an. Foto:ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben