• Heute endet die Zeichnungsfrist, Zuteilung in der Nacht zum Montag - Preis auf Grauem Markt bei rund 100 Euro

Wirtschaft : Heute endet die Zeichnungsfrist, Zuteilung in der Nacht zum Montag - Preis auf Grauem Markt bei rund 100 Euro

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Am Montag ist das Zittern um die Aktienzuteilung endlich zu Ende. Denn dann geht Infineon an die Börse. Heute ist der letzte Tag der Zeichnungsfrist, und die Banken bekommen wohl noch einmal alle Hände voll zu tun. Goldman Sachs, neben der Deutschen Bank einer der zwei Haupt-Konsortizialführer, meldet derweil bereits eine 30-fache Überzeichnung der Infineon-Aktie. Einen solchen Run auf eine Neuemission haben Deutschlands Banker noch nicht erlebt.

Doch, wer am Montag die begehrten Aktien ergattern wird, entscheidet das Konsortium erst am Sonntag. Entweder bekommt nur ein Teil der Anleger die Zahl die Aktien, die er geordert hat oder die Wertpapiere werden prozentual gleichmäßig auf die Zeichner verteilt.

Erst am Montagmorgen beim Blick ins eigene Depot zeigt sich, ob man den Zuschlag erhalten hat. Wer leer ausgeht, wird wohl erst einmal enttäuscht sein. Doch für manch einen ist es vielleicht nicht das schlechteste Los, ohne Aktie zu bleiben. Denn in ihrer Euphorie haben einige Bankkunden mehr Aktien bestellt, als sie sich überhaupt leisten können.

In der Hoffnung, trotz der Überzeichnung noch ein paar Aktien zu ergattern, lag es nahe, mehrfach so viele Aktien zu zeichnen, wie eigentlich gewünscht. Viele Anleger versuchten gleich bei mehreren Banken ihr Zeichnungsglück. Sollten am Montagmorgen überraschenderweise doch mehr Wertpapiere im Depot liegen als erhofft, dann gibt es für die Anleger kein Zurück, "denn mit der Zeichnung haben die Kunden mit uns einen Kaufvertrag abgeschlossen", sagt Ronald Weichert, Pressesprecher der Deutschen Bank in Frankfurt (Main). Informiert werden die Käufer über den vollzogenen Handel erst nachträglich. Vor Montag geht es nicht, schließlich werden die Wertpapiere erst in der Nacht von Sonntag auf Montag eingebucht. Auch der Verkaufskurs wird erst am Wochenende feststehen. Weichert rechnet jedoch mit einem Preis "am oberen Ende der Preisbildungsspanne von 29 bis 35 Euro".

Bedenken sollten die Kunden auf jeden Fall, dass der Halbleiter-Markt, auf dem Infineon tätig ist, erhebliche Kursrisiken birgt, besonders bei dem nie gesehenen Kurshoch auf dem sich die Börsen derzeit bewegen.

Kunden, die ihre Kauforder doch noch im letzten Moment zurückziehen wollen, haben nur noch an diesem Freitag die Gelegenheit dazu. Doch die Infineon-Aktie abbestellen werden wohl die wenigsten. Im Gegenteil, der Run auf die Banken geht weiter. Allein in der ersten Zeichnungswoche stürmten 21 000 Kunden die Schalter der Stadtsparkasse Köln. Bis Donnerstag bestellten 125 000 Anleger bei der Frankfurter Comdirect Bank 25 Millionen Aktien.

Doch ein Ende des Anstrurms ist auch kommende Woche noch nicht abzusehen. Inzwischen werden die begehrten Halbleiter-Papiere im Grauen Markt bereits mit Kursen zwischen 98 und 104 Euro gehandelt. Anleger, die sich bei der Aktien-Bestellung übernommen haben, hoffen deshalb auf satte Verkaufsgewinne.

Allgemein wird der Siemens-Tochter noch einiges zugetraut. Es kursieren bereits Spekulationen, dass Infineon dank der Fusion der Deutschen mit der Dresdner Bank als Nachfolger der Dresdner Bank in den wichtigsten deutschen Aktienindex Dax aufgenommen werden könnte. Doch diese Entscheidung trifft einzig und allein der Vorstand der Deutschen Börse - und das wohl auch noch nicht so bald. Denn um in einen deutschen Aktienindex aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen ohnehin mindestens 30 Tage an der Börse notiert sein.

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