Wirtschaft : HEW verkauft Hansenet: e.Biscom ist Breitbandtechnologie-Profi

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Silvio Scaglia, Vorstandsvorsitzender des italienischen Telekommunikationsunternehmens e.Biscom, unterstreicht sein Ziel gleich zu Beginn. Das seit März 2000 am Neuen Markt der Mailänder Börse notierte Unternehmen will der führende Anbieter von Breitbandtechnologie in Europa werden. Dem dient die Übernahme von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Telekommunikationsunternehmens Hansenet Telekommunikation GmbH, die e.Biscom von der Hamburgische Electricitäts Werke AG (HEW) erwirbt. Dafür zahlt das Unternehmen insgesamt 580 Millionen Mark. Gemeinsam mit Hansenet plant Scaglia die zügige Einführung breitbandiger Internetdienste für Sprach-, Daten- und Videoanwendungen und eine Ausweitung des Geschäfts auf den Privatkundenmarkt. Schrittweise sollen erste Haushalte mit Glasfaserkabeln direkt angeschlossen werden. Mittelfristig strebt e.Biscom eine flächendeckende Verkabelung Hamburgs an. Ohne die erforderlichen Investitionen zu beziffern, stellt Scaglia klar, dass die entsprechenden Entscheidungen innerhalb weniger Monate getroffen werden.

HEW hält weiter 20 Prozent an Hansenet - mit "erweiterten Rechten", betont HEW-Vorstand Hans-Joachim Reh. Dies bedeutet, dass sich HEW de facto die Rechte einer Sperrminorität ausbedungen hat. Die 1995 gegründete Hansenet nutzt in Hamburg 605 Kilometer Glasfaserkabel, davon 335 Kilometer eigene. Sie hat Zugriff auf 1800 Kilometer Trassen und mehr als 15 000 Kabelschächte sowie ein flächendeckends Kupfernetz von 10 000 km Länge. Betreut werden 2900 Geschäfts- und 8300 Privatkunden. Der Umsatz erreichte im ersten Halbjahr 2000 rund 31 Millionen Mark (plus 120 Prozent). e.Biscom sind aus dem Börsengang 1,6 Milliarden Euro zugeflossen. Entwickelt werden ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz in Mailand sowie Citynetze in Italien.

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