Wirtschaft : Hightech-Kompass für Pfadfinder

Ralf Schönball

DAS TESTURTEIL 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Sonne, blauer Himmel, Frühling. Dieses Wetter ist wie gemacht für Läufe am Schlachtensee, durch den Grunewald und zurück. Wenn man sich nicht verirrt – und endorphinbeglückt an der Avus strandet. Das kann einem passieren, wenn man länger abseits der läuferischen Trampelpfade unterwegs ist. Umso größer war meine Erwartung an das Nokia 5500, ein Sporthandy mit Navigationssystem: Ideal, dachte der Tester, Gerät einschalten und ohne Streckenplanung ins Grüne loslaufen. Wenn man genug hat, reicht ein Blick aufs Display und das Handy weist den Weg, satellitengesteuert.

Nun liegen zwischen Wunsch und Wirklichkeit oft Welten. Am Ende dieses Tests steht die Erkenntnis: Das Verlagsgebäude dieser Zeitung liegt auf dem 52. nördlichen Breitengrad und dem 13. östlichen Längengrad unseres Globus. Mehr nicht, denn Nokia liefert bei dem 270 Euro teuren Handy keine Software mit, die das Telefon in ein Navigationsgerät umwandelt. Und das kleine schwarze GPS-Modul, das man für 116 Euro extra bestellen muss, bietet im Zusammenspiel mit dem Nokia 5500 Sport nur eine Positionsbestimmung. Die Geräte sind also eher ein Hightech-Kompass für Pfadfinder als ein Multifunktionstelefon für Jogger.

Gewiss, wenn man das Nokia 5500 Sport während des Laufs an einem Gürtel befestigt, leistet es auch ohne Navigation Dienste: Unser Lauf dauerte 46 Minuten. In dieser Zeit wurden 8,56 Kilometer zurückgelegt und eine mittlere Geschwindigkeit von elf Stundenkilometern erreicht, was den Läufer um 622 Kilokalorien erleichterte. Das ist dem „Sporttagebuch“ zu entnehmen, das installiert ist.

Dennoch: Unser Urteil fällt hart aus, das Handy ist nicht zu empfehlen. Andere Nokia-Telefone sind günstiger und ähnlich gut ausgestattet. Es fällt leicht, sich von diesem Gerät wieder zu trennen.

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