• Hightech-Konzerne kommen nicht aus der Krise Schwache Umsätze bei Intel und Motorola im dritten Quartal

Wirtschaft : Hightech-Konzerne kommen nicht aus der Krise Schwache Umsätze bei Intel und Motorola im dritten Quartal

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Berlin (msh). Die amerikanischen HightechKonzerne Intel und Motorola rechnen nach mäßigen Geschäften im dritten Quartal nicht mit einer schnellen Erholung des Technologiesektors. Der weltweit größte Chiphersteller Intel konnte bei stagnierenden Umsätzen den Gewinn im dritten Quartal zwar steigern, blieb aber unter den Erwartungen der Finanzmärkte. „Die Nachfrage ist im zweiten Halbjahr nicht so stark wie sonst üblich“, sagte Andy Bryant, Finanzchef von Intel. Insbesondere die Bestellungen aus Unternehmen und Schulen blieb hinter den Erwartungen zurück.

Die Chiphersteller leiden schon das zweite Jahr in Folge unter einer schwachen Nachfrage. Intel stellt Prozessoren her, die das Herzstück eines Computers sind. Intel ist damit von der Entwicklung des PC-Marktes abhängig. Derzeit halten sich wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage Firmen und Endverbraucher mit Ausgaben für Computer zurück. Zudem werden die Computer immer leistungsfähiger. Die Anschaffung neuer Geräte ist daher nicht mehr so schnell erforderlich wie früher.

Im dritten Quartal verringerte sich der Umsatz von Intel leicht von 6,55 Milliarden auf 6,5 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Intel machte einen Gewinn von 686 Millionen Dollar, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum mit nur 106 Millionen Dollar. Mit einer grundlegenden Besserung des Geschäfts ist nach Aussage von Intel-Chef Craig Barrett vorerst nicht zu rechnen. Er erwarte, dass es frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 wieder aufwärts gehen könnte, sagte Barrett der „Wirtschaftswoche“.

Der Handy- und Chipproduzent Motorola hat zum ersten Mal seit Ende 2000 wieder einen Gewinn verbucht, enttäuschte aber mit schwachen Umsatzzahlen. Im dritten Quartal machte Motorola einen Nettogewinn von 111 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen, das sich einen Sparkurs mit einem massiven Stellenabbau verordnet hatte, noch einen Verlust von 1,41 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Umsatz verringerte sich allerdings um 14 Prozent auf 6,37 Milliarden Dollar. Die beiden stärksten Geschäftsbereiche Handys und Halbleiter wiesen im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 241 Millionen beziehungsweise 13 Millionen Dollar aus. Die Netzwerktechnik verbuchte dagegen einen Verlust von 22 Millionen Dollar.

Nach den schwachen Quartalsergebnissen der US-Konzerne verloren an der deutschen Börse Technologiewerte. Der Chiphersteller Infineon, der Komponentenbauer Epcos und der Software-Entwickler SAP gehörten zu den Verlierern des Tages. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte in einem Interview gesagt, der Markt werde sich langsamer erholen als bislang erhofft.

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