Wirtschaft : Hilfe aus dem Küchenschrank

Bestimmte Hausmittel vertreiben Viren genauso gut wie teure Pillen

Paul Janositz

Manchmal kann es sogar Spaß machen, den Schnupfen zu vertreiben. Mit „Hot Whisky" zum Beispiel, bestehend aus einem Glas Whisky, ein paar Nelken, einer Scheibe Zitrone, etwas Zucker und heißem Wasser. Das treibt den Schweiß, vertreibt die Viren und lässt das leichte Kratzen im Hals spätestens nach dem zweiten Glas leicht in Vergessenheit geraten.

Rezepte für Hausmittel wie der „Hot Whisky“ aus Irland werden oft von Generation zu Generation weitergegeben – ganz ohne ärztlichen Beistand. Wer nicht selbst anrühren oder aufbrühen will, bekommt aber auch in der Apotheke Rat und Präparat.

Um erst gar keine verschnupfte Nase zu bekommen, muss das Immunsystem gestärkt werden. Gesunde, vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse hilft dabei. Sport, Sauna und Abhärtung durch Wechselduschen oder Fußbäder stimulieren die Abwehr ebenfalls.

Wenn es dennoch los geht mit Heiserkeit, Gliederschmerzen oder Fieber, ist Schwitzen angesagt. Alkoholfreie Alternative zum Hot Whisky sind mit ätherischen Ölen angereicherte Bäder, die den Schweiß strömen lassen. Reichlich Trinken gleicht Flüssigkeitsverluste aus und schwemmt zudem die Keime aus dem Körper. Gegen die Schnupfenerreger kämpfen auch Erkältungstees mit Hagebutte, Linden- oder Holunderblüten, die zudem gut schmecken und die Abwehrkräfte stärken. Honig unterstützt die Wirkung. Aus Liebstöckel, Fenchel und Salbei lässt sich ein Gewürztrunk brauen, der den Hals beruhigt.

Ist der Hals schon entzündet, können Zwiebel-Halswickel hilfreich sein. Ein aus Zwiebelschalen gebrühter Tee fördert zudem das Abhusten von Schleim aus den Bronchien. Auch selbstgemachter Zwiebelhustensaft aus einer Zwiebel, braunem Kandiszucker und heißem Wasser kann den Heilungsprozess beschleunigen.

Schleimlösend wirkt auch ein Kräutertee, der aus Anis, Fenchel, Veilchen und Schlüsselblumen aufgegossen wird. Damit lässt sich quälender Husten besänftigen.

Wer die hilfreichen Kräuter nicht zu Hause hat oder lieber professionell gefertigte Präparate bevorzugt, findet in der Apotheke eine reiche Auswahl. Beispielsweise Gelomyrtol forte (20 Kapseln, 6,45 Euro) mit dem Wirkstoff Myrthol regt die Drüsen zur Bildung von Sekreten an und eignet sich daher zum Inhalieren. Einreiben von Brust und Rücken mit Pulmotin Salbe (25 Gramm, 3,98 Euro), das Anis oder Eukalyptus sowie Campher oder Thymian enthält, lindert Atemwegserkrankungen.

Der Klassiker Kamillosan (30 Milliliter, 4,25 Euro) dient zum Inhalieren und als Badezusatz sowie zum direkten Einreiben auf die Mundschleimhaut. Echinacea (50 Milliliter für 5,45 Euro), das Produkt aus Purpursonnenhutkraut, das mehrere Hersteller als Tropfen oder Tablette anbieten, steigert die Abwehrkräfte ebenso wie Vitamin-C (100 Gramm Pulver, 1,99 Euro). Husten- oder Erkältungstees (20 Beutel, 3,20 Euro) enthalten Thymian oder Süßholzwurzel beziehungsweise Holunder, Hagebutten oder Lindenblüten.

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