HILFE FÜR BETROFFENE : Schuldnerberatung

Wächst der Stapel der unbezahlten Rechnungen und ist keine Lösung für die Geldnot absehbar, kann der Besuch bei einem Schuldnerberater helfen.



RAT HOLEN

„In der Regel kommen die Leute zu spät“, sagt Carlo Wahrmann, Leiter der Caritas Schuldner- und Insolvenzberatung in Berlin-Mitte. Einen Grund für die Überschuldung sieht er darin, dass viele Leute nicht mehr für Notfälle sparen. Meist seien es dann Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung, die den Schuldenberg wachsen lassen.

HAUSHALTSPLAN ERSTELLEN

In einer Beratungsstelle wird zunächst ein Haushaltsplan erstellt. Dabei werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt. Im nächsten Schritt werden die Forderungen der Gläubiger gesammelt und überprüft, ob diese gerechtfertigt sind.

AUSWEG FINDEN

Wahrmann betont, dass neben der finanziellen auch die soziale und psychosoziale Situation der Betroffenen berücksichtigt werden. Erst so könne man den passenden Weg finden, um aus der Überschuldung herauszukommen.

Im Anschluss erarbeiten die Schuldnerberater zusammen mit den Betroffenen Möglichkeiten, die Gläubiger zu bedienen. Es ist möglich, Vergleiche oder Ratenzahlungen auszuhandeln. Erst wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt, ist der letzte Schritt die Verbraucherinsolvenz, erklärt Wahrmann.



NEUES RECHT

Mit der Neufassung des Insolvenzrechts, die im kommenden Frühjahr in Kraft treten soll, kommt den Schuldnerberatungsstellen mehr Verantwortung zu. Damit Schuldner ein Insolvenzverfahren eröffnen können, benötigen sie eine Bescheinigung, die besagt, dass eine Einigung mit den Gläubigern aussichtslos ist. Dieses Papier dürfen vom Senat lizenzierte Schuldnerberatungsstellen, Rechtsanwälte, Notare oder Steuerberater ausstellen.koh

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