Wirtschaft : Hilfe für Pleite-Opfer - Info-Telefon für Berliner Unternehmen

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Am Montag sind erste Initiativen zur Hilfe für Unternehmen angelaufen, die von der Holzmann-Pleite betroffen sind. In Brandenburg hält die Landesregierung Programme bereit, um Unternehmen bei Zahlungsrückständen über die Runden zu helfen. Wer Hilfe braucht, muss sich schnell beim Wirtschaftsministerium melden. Die Berliner Handwerkskammer bietet Beratung unter der Telefonnummer 259 03-467 an.

Grundsätzlich gilt jedoch: Geht eine Aktiengesellschaft Pleite, dann haften zunächst weder die Mitglieder des Vorstands, noch der Aufsichtsrat, der die Arbeit des Vorstands kontrollieren soll. Das Unternehmen haftet nur mit der Konkursmasse, den noch vorhandenen Vermögensgegenständen. Dabei gibt es eine klare Reihenfolge, wer zuerst aus der Konkursmasse bedient wird. Vorrangig befriedigt werden zum Beispiel die Arbeitnehmer, die noch Anspruch auf Lohn haben. Lieferanten und andere Gläubiger wie etwa Banken, erhalten eine bestimmte Quote ihrer Forderungen, je nachdem, was in der Konkursmasse noch verfügbar ist. Der Aktionär, als Anteilseigner des Unternehmens, steht ganz hinten in der Schlange. Er bekommt als letzter sein Geld - wenn überhaupt noch etwas übrig bleibt. Allerdings können Beratungsinstitute oder Banken haftbar gemacht werden, entweder weil sie den Aktionär schlecht beraten haben oder aus Gründen der Prospekthaftung. Wer Banken oder Berater zur Verantwortung ziehen will, muss erst beweisen, dass die Institute fahrlässig oder schuldhaft gehandelt haben. Der Vorstand kann zudem haftbar gemacht werden, wenn er den Konkurs verschleppt hat. "Das kann unmittelbar zu Ansprüchen gegen die Vorstände persönlich führen", sagt Wirtschaftsanwalt Jens Moraht von der Kanzlei CMS Hasche Siegle Eschenlohr Peltzer.

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