Wirtschaft : Hilfen ohne Ende

Europäische und amerikanische Bauern leben vom Staat

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Die USA und die EU sind Weltmeister, wenn es darum geht, ihre Bauern zu subventionieren. Milliarden von Dollar und Euro pumpen diese Industriestaaten jährlich in ihre Landwirtschaft – damit deren Erzeugnisse mit den günstigeren Produkten aus Entwicklungsländern auf dem Weltmarkt konkurrieren können. Laut OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sind die Subventionen der insgesamt 30 Industriestaaten, die sie repräsentiert, in den vergangenen Jahren weiter gestiegen: Der Gesamtumfang der Subventionen einschließlich der von den Verbrauchern gezahlten künstlich hohen Lebensmittelpreise habe sich 2002 um fast 13 Milliarden Dollar auf 318,3 Milliarden Dollar erhöht. Gleichzeitig schotteten die OECDMitglieder ihre eigenen Agrarmärkte mit Importzöllen und anderen Einfuhrhindernissen ab.

Die Europäische Union steckt die Hälfte ihres Haushalts in die Unterstützung ihrer Bauern, das sind 40 Milliarden Euro. Sie stützt die Preise der Produkte, damit diese auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein können, steckt den Landwirten direkte Beihilfen zu und fördert den Export der europäischen Nahrungsmittel.

Die USA subventionieren auch kräftig, und haben erst im Mai 2002 mit der „Farm Bill“ ein Gesetz verabschiedet, das die Hilfen für die Landwirte massiv erhöhen soll. Trotzdem bekommen die amerikanischen Bauern weniger als ihre europäischen Kollegen: Jährlich pumpt der US-Staat 19 Milliarden Dollar in seinen Landwirtschaftssektor. fw

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