Wirtschaft : Hinter Cisco geht es weiter

Berliner IT-Firmen zeigen in Hannover Stärke

Bernd Hops

Berlin - Selbstbewusstsein ist das letzte, was Berliner Firmen aus der IT- und Software-Branche fehlt. Bloß wenn an Informationstechnologie in Deutschland gedacht wird, dann fällt vielen Bayern ein. Aber Berlin? Dass auch hier erfolgreich gearbeitet wird, zeigt das Software-Unternehmen Mikado. Seit drei Monaten hat die Firma ein Programm auf dem Markt, das IT-Anlagen sicher macht. Bisherige Kunden mit Probebetrieb sind die deutsche Tochter des Ölkonzerns Total und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mit zwei Verfassungsschutzämtern stehe man in Verhandlungen, heißt es. Mit der Liste im Rücken geht Mikado auf die Cebit nach Hannover. Das Ziel: „Da wollen wir jetzt eine Granate landen.“

Insgesamt zählt die Wirtschaftsförderung Berlin in diesem Jahr etwa gleich viele Firmen aus der Region Berlin-Brandenburg, die es auf die Cebit zieht, wie in den vergangenen Jahren – rund 210. Kontinuierlich zugenommen habe aber die Zahl der Firmen, die nicht mit einem Einzelstand, sondern auf den – geförderten – Gemeinschaftsständen vertreten sind, sagte ein Sprecher. Die Wirtschaftsförderung Berlin ist für den Gemeinschaftsstand Software unter dem Motto „We make IT Berlin-Brandenburg“ verantwortlich, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) für die Telekommunikation und die Zukunftsagentur Brandenburg für den „Innovationsmarkt“.

Neben Cebit-Fans gibt es in Berlin auch ein paar Verweigerer. Den Klingelton- und Handylogoproduzenten Jamba etwa. Oder Teles. Der Entwickler von satellitengestützten schnellen Internetzugängen findet, dass „die Cebit an Attraktivität verloren hat“. Diese Fraktion bildet aber die Ausnahme.

Carsten Zorger von Strato – das Unternehmen verwaltet etwa ein Drittel der deutschen Internetadressen – sagt: „Für uns ist die Cebit eine große Kontaktbörse.“ Zwar gibt es keinen eigenen Stand, aber viele Verabredungen mit Geschäftspartnern. AVM gönnt sich einen 300-Quadratmeter-Stand. Seit mehr als zehn Jahren ist das Unternehmen, das mit der Fritz-Card für den ISDN-Anschluss groß wurde, in Hannover dabei. In diesem Jahr erwartet man den Durchbruch der Internettelefonie. Mit der Fritz Box Phone, einer Anlage, an die vorhandene Telefone angeschlossen und über die dann sowohl übers Festnetz als auch übers Internet telefoniert werden kann, sieht sich AVM ganz vorne. Auch Snom Technology setzt auf Anlagen für Internettelefonie – und auf die Cebit. „Wir wollen zeigen, dass es nicht nur Cisco gibt“, sagt eine Sprecherin. Ein weiterer Wachstumsmarkt wird ebenfalls von Berlinern bedient: Software für digitale Fotografie. Die Firma Magix ist hier Marktführer in Deutschland. Aus anfangs 22 Mitarbeitern sind mittlerweile 220 geworden – davon 120 in Berlin. Die haben gute Aussichten. In allen Bereichen, in denen Magix aktiv ist, sieht die Firma einen stetigen Aufwärtstrend. Damit das auch Magix nutzt, gibt es einen Stand mit 100 Quadratmetern – und Verabredungen mit Händlern wie Saturn.

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