Wirtschaft : Hinter den Kulissen wird an einem Kompromiss in der Frührentenfrage gearbeitet

Die Bundesregierung hofft, dass eine neue Runde im Bündnis für Arbeit vor Beginn der Metall-Tarifverhandlungen im Frühjahr einen Kompromiss über die umstrittene vorzeitige Rente bringen wird. Wünschenswert sei deshalb ein Treffen noch vor dem 11. Januar, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen in Berlin. An diesem Tag will die IG Metall ihre Lohn- und Gehaltsforderung beschließen. Die Gewerkschaft hat eine harte Lohnrunde angekündigt, falls sie ihr Modell einer Rente mit 60 nicht durchsetzen kann. Bewegung in die zuletzt festgefahrenen Gespräche könnte der neue Arbeitszeit-Vorstoß von IG-Metall-Chef Klaus Zwickel bringen. Die Metallarbeitgeber erklärten sich dazu gesprächsbereit.

In den Kreisen wurden die Chancen für ein baldiges Treffen als "durchaus realistisch" eingeschätzt. Voraussetzung sei aber, dass sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf einen Kompromiss einigen könnten, hieß es auch mit Blick auf die IG Metall. Deren Renteninitiative ist auch auf Gewerkschaftsseite nicht unumstritten und wird von den Arbeitgebern strikt abgelehnt. Die IG Metall weigert sich ihrerseits, erweiterte Altersteilzeitregelungen als Ersatz für ihr Modell zu akzeptieren. Ende Dezember hatte es noch einmal ein Treffen von Vertretern der Bundesregierung mit Repräsentanten von Arbeitgebern und Gewerkschaft im kleinen Kreis gegeben. Details dieser Gespräche wurden zunächst nicht bekannt. Vertreter von Gewerkschaft und Unternehmen wollten zuerst im jeweils eigenen Lager Rücksprache halten, hieß es in Teilnehmerkreisen. Arbeitgeber und Gewerkschaft waren sich bei ihrem letzten Treffen in der Rentenfrage deutlich näher gekommen. Eine ursprünglich für den 23. Dezember angesetzte weitere Runde wurde dann aber mangels Einigungschancen verschoben.

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