Hintergrund : Die Ergebnisse des WTO-Gipfels

Die WTO hat sich in Hongkong auf einen Minimalkompromiss zu Gunsten armer Länder geeinigt. Eine Dokumentation der zentralen Ergebnisse.

AGRAR-AUSFUHRSUBVENTIONEN

: Die Europäische Union (EU) und die USA sagten zu, Ausfuhrsubventionen für Landwirtschafts-Produkte spätestens 2013 abzuschaffen. Für die EU machen diese Hilfen bisher rund 3 Milliarden Euro pro Jahr aus. Die USA verpflichteten sich, wettbewerbsverzerrende Nahrungsmittelhilfen und Exportkredite abzubauen.

ENTWICKLUNGSPAKET: Der Gipfel vereinbarte das so genannte Entwicklungspaket zu Gunsten der 49 am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries/LDC). Nicht alle von ihnen gehören der WTO an. Allen LDC-Ländern wird frühestens von 2008 an zoll- und quotenfreier Zugang für ihre Produkte auf den Märkten der Industrieländer eingeräumt. Für die EU bedeutet dies keine großen Änderungen, da dieses System mit Ausnahme für Zucker, Reis und Bananen bereits gilt. Die EU-Ausnahmen laufen laut früherer Vereinbarungen 2009 aus.

BAUMWOLLE: Exportsubventionen für Baumwolle fallen von 2006 an weg. Die besonders umstrittenen heimischen Baumwollhilfen - dies betrifft vor allem die USA - sollen schneller verschwinden als die übrigen Agrar-Subventionen. Jahreszahlen werden in der Abschlusserklärung von Hongkong nicht genannt. Die USA unterstützen ihre 25.000 Baumwollfarmer mit fast 4 Milliarden Dollar jährlich.

INDUSTRIEZÖLLE: Die Einfuhrzölle für Industriegüter sollen weltweit nach der so genannten Schweizer Formel gesenkt werden. Demnach werden hohe Zölle stärker gekappt als niedrige. In den Entwicklungsländern ist dieses Verfahren umstritten. Details müssen erst im kommenden Jahr vereinbart werden. Dieser Punkt ist ein besonders Anliegen von Exportweltmeister Deutschland.

DIENSTLEISTUNGEN: Die Dienstleistungsmärkte sollen weltweit mehr geöffnet werden. Details stehen noch aus.

(tso/dpa)

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