Wirtschaft : Hochtief: Kurs bricht nach Gewinnwarnung ein

Wegen des erwarteten Gewinneinbruchs im laufenden Geschäftsjahr will der Baukonzern Hochtief die Umstrukturierung beschleunigen und das internationale Geschäft verstärken. Deutschlands größter Baukonzern hat - wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe berichtet - am Mittwochabend eine Halbierung seines Jahresüberschusses in Aussicht gestellt. Nach einem Rekordüberschuss von 204 Millionen Euro (399 Millionen Mark) im Vorjahr werde für das laufende Jahr nur ein Konzerngewinn von 100 Millionen Euro erwartet. An der Börse brach der Kurs der Hochtief-Notierung am Donnerstag deutlich ein.

Als Ursache für den Ergebniseinbruch nannte die RWE-Tochter die schlechte deutsche Baukonjunktur und außergewöhnlich viele Nachtragsverhandlungen. Allein bei Aufträgen der öffentlichen Hand belaufe sich das für Hochtief zu verhandelnde Volumen auf deutlich mehr als 200 Millionen Euro. Wie Unternehmenssprecher Werner Baier am Donnerstag sagte, werde Hochtief neue Bauvorhaben künftig noch intensiver auf ihre Rentabilität prüfen. Zugleich werde die Konzentration auf Kerngeschäfte wie Flughafenbau und Projektentwicklung beschleunigt. Durch den Umbau der deutschen Hochtief-Organisation erwarte man weitere Einsparungen in "zweistelliger Millionenhöhe" in den kommenden ein bis zwei Jahren, sagte Baier. Konkrete Pläne für einen weiteren Stellenabbau bei den rund 13 500 inländischen Beschäftigten des Konzerns gebe es aber derzeit nicht.

Zugleich peilt Hochtief eine verstärkte Internationalisierung an. Bereits im Geschäftsjahr 1999 habe das Unternehmen rund 75 Prozent seines Geschäfts im Ausland erzielt. Im laufenden Jahr sei ein weiterer Anstieg auf 80 Prozent nicht auszuschließen - bei einer anhaltend schwachen Entwicklung in Deutschland könnte dieser Wert noch steigen. Der Konzern hatte für das laufende Geschäftsjahr einen Anstieg der Bauleistung von 8,4 Milliarden auf mehr als zehn Milliarden Euro angekündigt. Die Entwicklung des Hochtief-Auslandsgeschäfts bewertete das Unternehmen als "außerordentlich positiv". Die Verhandlungen über eine weitere Aufstockung an der australischen Baugesellschaft Leighton Holdings auf über 50 Prozent stünden "kurz vor einem Abschluss".

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