Wirtschaft : Hochtief will für Züblin bieten

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Düsseldorf Der Baukonzern Hochtief will den Konkurrenten Züblin übernehmen. Am Dienstag stellte Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel dem Insolvenzverwalter der Walter Bau, Werner Schneider, ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung und die unternehmerische Führung der Ed. Züblin AG in Aussicht. Hochtief wolle insgesamt 53 Prozent der Anteile an Züblin übernehmen, sagte eine Hochtief-Sprecherin. Bislang wollte die Familie Lenz, die 43 Prozent an Züblin hält, zusammen mit einem US-Investor die Anteile selbst von der BayernLB und dem Insolvenzverwalter erwerben, um die Unabhängigkeit zu erhalten. Ein Sprecher der Familie wollte das Angebot nicht kommentieren.

Die Hochtief-Sprecherin begründete das Interesse damit, dass sich Hochtief und Züblin regional und technisch ergänzten. Züblin gilt als Spezialist im Tiefbau, ist aber noch zu stark auf den deutschen Markt ausgerichtet. Grundlage für ein Angebot für Züblin sei die Einigung über ein Zukunftskonzept, das im Interesse der alten und neuen Eigentümer liege, sagte die Hochtief-Sprecherin. Dazu finden noch Gespräche mit der Eigentümerfamilie Lenz und dem Züblin-Management statt. Hochtief benötige noch einige Informationen, die dem Konzern bislang nicht zugänglich gewesen seien.

In Branchenkreisen wird das Angebot indes als Manöver zur Abwehr der Strabag interpretiert. Keitel, der neuer Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und damit Nachfolger von Walter-Bau-Gründer Ignaz Walter werden soll, hatte kürzlich die frühzeitige Festlegung des Insolvenzverwalters auf die Strabag als Käufer eines Teils der insolventen Walter-Bau-Firmen kritisiert. Der Zeitpunkt für das Angebot von Hochtief ist nicht zufällig gewählt. Am heutigen Mittwoch findet die Gläubigerversammlung der Walter Bau statt, bei der es um die Zukunft des Baukonzerns geht. agr/HB

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