Wirtschaft : Hoechst bleibt Fusionskandidat

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Die geplante Aufteilung der Hoechst AG hat die Fusionsspekulationen um den Traditionskonzern eher angeheizt als beruhigt."Mit der Schaffung der Celanese AG gibt es jetzt sogar zwei potentielle Fusionspartner", sagt Christa Bähr, Analystin bei der BHF-Bank.Das sehen auch andere Experten so, die Analysten sind jedoch uneins, ob die immer wieder genannte französische Rhone-Poulenc zum Life Science-Geschäft (Gesundheit und Ernährung) von Hoechst paßt.Nicht sehr rosig beurteilen die Analysten die Aussichten für die neue Celanese AG.

Die Branchen-Experten von Sal.Oppenheim erwarten, daß Hoechst-Vorstandschef Jürgen Dormann als künftiger Lenker eines reinen Life-Science-Unternehmens eine Fusion im Pharma-Sektor anstrebt, um die langfristig notwendige Größe und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.Das Geschäft mit Gesundheit und Ernährung (HMR, Hoechst Roussel Vet und Agrevo) kommt nach ihren Schätzungen auf einen Jahres-Umsatz von rund 15 Mrd.DM und einen Betriebsgewinn von etwa 1,7 Mrd.DM.Ein Zusammengehen mit Rhone-Poulenc könne zwar nicht ausgeschlossen werden, würde nach Überzeugung der Sal.Oppenheim-Analysten aber keinen Sinn machen.Beiden Unternehmen fehle es an neuen innovativen Medikamenten in der Pharma-Pipeline, sie ergänzten sich nicht wirklich in der geographischen Präsenz, und außerdem habe sich die Integration von Konzernen mit unterschiedlicher Kultur schon bei der Bildung von Hoechst Marion Roussel (HMR) als sehr schwierig erwiesen.Diese Einschätzung teilen auch die Analysten von BNP."Die neue Hoechst braucht einen starken Partner, der am nordamerikanischen Markt präsent ist und eine Führungsposition in der Gentechnologie hat", begründen sie ihre Ansicht.

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