Wirtschaft : Hoechst geht an die Börse in New York

Dritter Dax-Wert, der an der Wall Street gehandelt wird / Weitere sollen folgen

NEW YORK (pf).Nach einer zehntägigen Werbetour unter dem Motto "Great to be here" durch zehn amerikanische Städte präsentierte sich die Hoechst AG am Mittwoch erstmals an der New York Stock Exchange (Nyse).Mit der Einführung der Hoechst-Aktie an der größten Börse der Welt will der umgebaute Konzern zugleich den Weg in die Zukunft weisen."Die Entwicklung von Hoechst baut auf einer klaren Strategie auf, in deren Mittelpunkt der Umbau von Hoechst zu einem Life-Sciences-Unternehmen (Arzneien und Pflanzenschutz) steht - mit entsprechend hochgesteckten Zielen für Ertragskraft und Wertsteigerung", sagte Vorstandschef Jürgen Dormann vor der Presse kurz vor Handelsbeginn. Nach Daimler-Benz und Deutsche Telekom ist Hoechst nun der dritte an der Nyse gehandelte Dax-Wert.Im Oktober folgt die Veba.Die Konzentration auf Life Sciences und der Ausstieg aus dem Industriegeschäft haben zum Ziel, von zyklischen Massenprodukten mit niedrigen Margen wegzukommen und auf konjunktur-unabhängige, innovative Spezialprodukte mit hohen Margen umzusteigen."Wir haben unsere mittelfristigen Finanzziele auf eine Netto-Eigenkapitalrendite von 20 Prozent und eine Netto-Umsatzrendite von 8 Prozent heraufgesetzt", sagte Dormann.Er zweifelt nicht an der Richtigkeit der Strategie: "Hoechst wird zu einem führenden Life-Sciences-Unternehmen mit Potential zu kräftiger Wertsteigerung".Die Notierung an der Nyse ist deshalb wichtig, weil der einst größte Chemiekonzern seine Aktionärsbasis von derzeit etwa 9 Prozent erweitern will.Es gibt auch Institutionen, die nach ihren Satzungen nur in solche Unternehmen investieren dürfen, die an einer amerikanischen Börse gehandelt werden. Amerika ist für Hoechst auch der wichtigste Markt.Das gelte vor allem für die Life-Sciences-Sektoren Gesundheit und Ernährung, sagte Horst Wäsche, Mitglied des Vorstands der Hoechst AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Hoechst Marion Roussel.Der amerikanische Markt stellt in beiden Sektoren 45 Prozent des Weltmarktes dar."Der Gesundheitsmarkt ist für ein innovatives, forschendes Unternehmen wie Hoechst interessant, weil die Menschen in der Welt bereit sind, hohe Summen für noch nicht behandelbare Krankheiten wie Alzheimer, Osteoporose, Diabetes und Schizophrenie zu zahlen", sagte Wäsche.Auch der landwirtschaftliche Sektor sei interessant. Was die Bewertung der Aktie angeht, sind Hoechst mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 im Vergleich zu 25 im Schnitt bei den Amerikanern interessant.John Goodwin, Managing-Direktor der Bank J.P.Morgan, die Hoechst bei der Übernahme von Roussel beraten hatte, sagte, Unternehmen wie Hoechst seien deshalb interessant, weil institutionelle Anleger stabile Unternehmen suchen, bei denen Wertzuwächse möglich sind.Firmenwerte seien in Europa im Vergleich zu amerikanischen Unternehmen niedriger, dafür sei aber das Potential des Zuwachses hoch.

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