Wirtschaft : Hoechst verkauft das Fasergeschäft

(UB HB)

US-Unternehmen und Mexikaner übernehmen Trevira GmbH / Rund 11 000 Beschäftigte betroffenVON (UB/HB) FRANKFURT (MAIN).Die Hoechst AG ist auf der Suche nach einem Käufer für ihr weltweites Polyestergeschäft fündig geworden.Erwerber sind die US-Familiengesellschaft Koch Industries Inc., Kansas, sowie der mexikanische Geschäftsmann Isaac Saba.Das in der Trevira GmbH angesiedelte Fasergeschäft wird in ein neu zu gründendes Konsortium eingebracht, bestehend aus der Koch-Tochter Kosa Ltd.und der Familie Saba gehörenden Grupo Xtra.Eine entsprechende Absichtserklärung wurde in New York unterzeichnet.Mit der Unterzeichnung der endgültigen Verträge rechnen die Beteiligten in einigen Monaten.Bei dem Deal handelt es sich um den "großen Rest" der Hoechst-Polyester-Aktivitäten mit einem Umsatz von rund 4,5 Mrd.DM; betroffen sind circa 11 000 Beschäftigte.Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bereits im August 1997 hatte Hoechst angekündigt, sein europäisches Textilfasergeschäft im Volumen von 800 Mill.DM an das indonesische Unternehmen Multikarsa abgeben zu wollen.Die Finanzierung ist aber noch nicht endgültig unter Dach und Fach.Darüber hinaus sollen die Polyesterfolien-Aktivitäten (ebenfalls 800 Mill.DM Umsatz) an den Joint-venture-Partner Mitsubishi Chemical veräußert werden.Verkauft werden jetzt die amerikanischen, europäischen und mexikanischen Polyester-Aktivitäten sowie die Anteile an den Polyester-Joint- Ventures in China und der Türkei. Mit der neuen Gesellschaft Kosa mit Hauptsitz in den USA entsteht einer der größten Polyesterhersteller der Welt.Die regionalen Verwaltungen in Charlotte/North Carolina, Toluca/Mexiko und Frankfurt sollen weiterbestehen, ebenso die Produktionsstätten in China, den Niederlanden, der Türkei und Großbritannien.Im Zuge seiner Transforamtion zum reinen Life-Sciences-Konzern hatte Hoechst kein Interesse mehr an diesem als "schwierig" eingestuften Industriegeschäft.Nach umfangreichen Rationalisierungsmaßnahmen kam Trevira 1997 bei einem Umsatz von 6,1 (5,7) Mrd.DM auf ein Betriebsergebnis von 282 (84) Mill.DM.Die künftigen Eigentümer betrachten das Geschäft als zukunftsträchtig.Die neue Gesellschaft werde in großem Maße von Synergien profitieren.Koch sieht dies "als ausgezeichnete Möglichkeit, unsere Aktivitäten in der wachsenden Polyester-Wertschöpfungskette auszuweiten und in ein attraktives, neues Geschäft zu investieren".Koch ist den Angaben zufolge nach Umsatz (30 Mrd.Dollar) das zweitgrößte US-Unternehmen in Privatbesitz.Der Konzern beschäftige mit seinen Tochtergesellschaften weltweit mehr als 16 000 Mitarbeiter.

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