Wirtschaft : Höhere Portokosten belasten Firmen

Wirtschaft beklagt Mehrkosten von oft mehreren hundertausend Mark / Kurierdienste als Ausweg

HAMBURG(dpa).Nach der Portoerhöhung der Post AG zum 1.September erwarten die Unternehmen kaum Auswirkung auf den Brieftransport, fürchten aber deutliche Mehrkosten.Viele Firmen hätten sich auf die Preiserhöhung bereits eingestellt, da sie ursprünglich schon für 1996 vorgesehen war, sagte der Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Rath, am Montag in Köln. Andere Ausweichmöglichkeiten haben die Unternehmen wegen des Briefmonopols der Post kaum.In Randbereichen des Monopols prüfen viele Firmen verstärkt Angebote privater Konkurrenten der Post.Die Post hat das Porto für den Standardbrief von einer auf 1,10 DM und für die Postkarte von 80 Pfennig auf eine DM erhöht.Auch größere Briefe wurden teurer.Die Post erhofft sich jährliche Mehreinnahmen von 800 Mill.DM im Jahr. Der Stuttgarter Daimler-Benz-Konzern rechnet nicht mit einer Verringerung des Versandvolumens."Wir haben schließlich keine Alternativen", sagte ein Sprecher.Daimler erwarte eine Steigerung der Portokosten um zehn bis 15 Prozent.Auch der Frankfurter Chemiekonzern Hoechst sieht keine Ausweichmöglichkeiten."Das geht leider nicht bei Standardbriefen.Und Briefsendungen, für die man Kurierdienste nutzen könnte, haben wir nicht", sagte ein Sprecher des Unternehmens."Unter dem Strich schlägt damit die Portoerhöhung mit einigen hunderttausend DM zu Buche". Für den Münchner Automobilbauer BMW wird sich nach Worten des Pressesprechers Uwe Maler nicht viel verändern."Durch die starke internationale Verflechtung des Unternehmens spielt die Deutsche Post AG keine große Rolle".Der Berliner Papier- und Bürowarenhersteller Herlitz hält die Portoerhöhung für unerheblich.Bei dem Pharmakonzern Schering sind nur 20 Prozent des Inlandspostverkehrs von der Portoerhöhung betroffen.Der Automobilhersteller Adam Opel AG entscheidet je nach Anwendung, wer Briefe transportiert."Und das bleibt auch so", sagte der Sprecher Bruno Seifert."Aber wo es uns auf das Tempo und auf die Präzision ankommt, haben wir schon immer Kurierdienste beauftragt". "Die Portoerhöhung wird uns nicht sehr treffen, da wir in erster Linie Pakete verschicken", sagte Klaus-Dieter Wendt von der Continental in Hannover.Bei größeren Paket-Aufträgen bekomme immer der preiswerteste Anbieter den Zuschlag."Teilweise wechseln wir mit unseren Aufträgen monatlich zwischen Post AG und privaten Kurierdiensten".Der viertgrößte Reifenhersteller der Welt verschickt mit der Post AG jährlich für rund 1,3 Mill.DM Briefe und Pakete.Hinzu kommen rund 400 000 DM für private Kurierdienste.

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