Höhere Preise : Süßigkeiten sollen 2010 teurer werden

Chips sind gefragt, Schokolade weniger: Die Deutschen sind Knabberweltmeister. Doch für alle Naschkatzen gibt es schlechte Nachrichten. Die Preise sollen steigen.

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Was schmeckt denn heute? „Fernsehrelevante Snacks“ jedenfalls immer. Foto: ddpddp

KölnKöln - Wenn es ums Knabbern geht, sind die Deutschen Weltmeister. Im Süßwarenmarkt waren im vergangenen Jahr eindeutig die Hersteller von Knabberartikeln Gewinner in der Krise. Die Produktionsmenge von Knabberartikeln – zum Beispiel Kartoffelchips, Erdnüsse oder Erdnussflips – legte nach Schätzungen des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) im Jahr 2009 um 1,8 Prozent zu – der Umsatz sogar um 8,4 Prozent. „Der Trend geht in der Krise offenbar zum Sich-zu-Hause-Einigeln und zum Naschen daheim“, sagte der stellvertretende BDSI-Vorsitzende Tobias Bachmüller gestern bei der Auftaktpressekonferenz zur Internationalen Süßwarenmesse (ISM), die am kommenden Sonntag wieder ihre Tore in Köln öffnet.

Insgesamt habe sich die großteils mittelständische deutsche Süßwarenindustrie relativ gut behaupten können, sagte Bachmüller. Zwar ging die Produktion von Süßwaren im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr mit minus 2,3 Prozent auf 3,57 Millionen Tonnen zurück. Trotzdem sank der Branchenumsatz mit minus 0,6 Prozent nur leicht auf 12,2 Milliarden Euro. Vor allem die Nachfrage nach Schokolade, Eis und Keksen sank leicht unter Vorjahresniveau. Zudem konnten gestiegene Rohstoffpreise, beispielsweise beim Kakao, nur zum Teil an den Handel weitergereicht werden.

Für das laufende Jahr prognostizieren Industrie und Handel Umsätze zumindest auf dem Niveau von 2009. Die Verbraucher müssen sich in diesem Jahr allerdings auf höhere Preise bei Süßigkeiten einstellen. Die Händler erwarteten im Einkauf „deutlich höhere Preisschwankungen“, die an die Verbraucher weitergegeben werden müssten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands HDE, Stefan Genth, am Dienstag in Köln. Genauere Prognosen dazu wollte er nicht abgeben. In einem ist die Süßwarenbranche sich jetzt schon gewiss: Der große Umsatztreiber im laufenden Jahr wird die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Von ihr sollen erneut die Knabberartikel als besonders „fernsehrelevante Snacks“ am meisten profitieren. HB

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