Wirtschaft : Höhere Preise

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Das neue Einweg-Rücknahmesystem könnte die Verbraucher nach Einschätzung des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE) teuer zu stehen kommen. „Die Anschaffung der Automaten und zusätzliche Personalkosten für Aushilfen, die das Leergut zunächst per Hand zurücknehmen, werden in die Preise Eingang finden“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr dem Tagesspiegel. So koste allein ein Rücknahmeautomat etwa 15 000 Euro. Pellengahr machte keine Angaben, was das für den Preis einer einzelnen Flasche bedeute.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, schätzt die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH die Kosten pro Einwegverpackung auf fünf bis zehn Cent. Danach dürften etwa Billigpreise von 19 Cent für 1,5-Liter-Wasserflaschen bei den Discountern wie Lidl und Aldi kaum zu halten sein. Trotzdem favorisieren die Billigmärkte auch beim neu geregelten Pfand die Einwegvariante. Wie Lidl und Aldi investiert Rewe (Minimal, Toom) für seine Penny-Märkte in neue Rücknahmeautomaten. „Wir bestücken alle 2000 Geschäfte mit Geräten“, sagte Rewe-Sprecher Andreas Krämer dem Tagesspiegel. „Das kostet rund 63 Millionen Euro.“ Am 2. Mai sollen die Automaten flächendeckend in Betrieb gehen.

Herkömmliche Supermärkte wie Reichelt (Edeka), Real und Extra (Metro) werden zunächst Ein- und Mehrweggetränke anbieten, wobei Edeka Einwegverpackungen zuletzt noch völlig aus seinen Regalen verbannt hatte. Von einer „Testphase“ spricht Metro-Sprecher Albrecht von Truchseß. „Nach einem halben Jahr wissen wir, ob die Kunden Mehrweg oder Einweg wollen.“ Auch Edeka hält eine langfristige Renaissance der Einweggetränke für wahrscheinlich. Preiserhöhungen wegen der neuen Pfandregelung wollten die Sprecher beider Unternehmen aber nicht bestätigen. deh/nso/stek

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