Wirtschaft : Höhere Zinsen drücken Gewinn von DaimlerChrysler - Schrempp bedauert Aktienkurs

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Die steigenden Zinsen in den USA und Europa haben den Gewinn der DaimlerChrysler AG in den ersten drei Jahresmonaten leicht gedrückt. Wie der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin sagte, lag der Operating Profit im ersten Quartal mit 2,45 Milliarden Euro um drei Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Insbesondere die Konzernmarke Chrysler - hier sank der Operating Profit um sieben Prozent auf 1,35 Milliarden Euro - bekam den zunehmenden Wettbewerb inklusive sinkender Margen in den USA zu spüren. Durchweg positiv entwickelte sich in den einzelnen Segmenten der Umsatz: Im ersten Quartal stiegen die Erlöse insgesamt um 17 Prozent auf 41 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich im ersten Quartal von 1,64 auf 1,69 Euro.

Schrempp räumte ein, dass er mit der Entwicklung der DaimlerChrysler-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten "unzufrieden" sei. Schließlich sei DaimlerChrysler doch "ein hoch profitables Unternehmen mit hervorragender Substanz, großartiger Substanz und einzigartigen Premium-Marken". Die Dikussionen um "neue" und "alte" Wirtschaft halte er für ziemlich abwegig, "es gibt nur eine Wirtschaft". Und die Traditionsunternehmen spielten darin auch weiterhin die entscheidende Rolle, denn sie hätten die Produkte, "welche die anderen über das Internet verkaufen wollen".

Als einen Bewertungsmaßstab für die DaimlerChrysler-Aktie - am Mittwoch fiel der Kurs zur Kasse um 1,40 auf 66,50 Euro - führte Schrempp die Kundenbasis des Unternehmens an. Nehme man nur die vier Millionen Mercedes-Kunden, laut Schrempp "Kunden mit der höchsten Markenloyalität der Welt", so kauften 80 Prozent dieser vier Millionen auch beim nächsten Mal ein Auto mit dem Stern; und das alle drei bis vier Jahre. "Mit einem realistischen Wert von 35 000 Euro für jeden dieser vier Millionen Kunden hätte alleine Mercedes-Benz eine Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Euro. Um wie viel höher liegt dann wohl der Wert unserer insgesamt 46 Millionen Kunden?", fragte Schrempp in den Saal. Ein Aktionär sprach dem Vorstandschef aus der Seele: "Gott sei Dank hat der Blitz endlich eingeschlagen", freute sich der Mann über die Kurseinbrüche an den neuen Märkten.

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