Wirtschaft : Höhere Zinsen unwahrscheinlich

Greenspan: Asiatische Krise verringert Inflationsgefahr in den USA WASHINGTON / DAVOS (dpa / rtr).Die asiatische Finanzkrise dämpft die Konjunktur in den USA und verringert den inflationären Druck.Dies sagte US-Notenbankpräsident Alan Greenspan am Donnerstag vor dem Haushaltsausschuß des amerikanischen Senats in Washington.Auch die Arbeitskräfteknappheit und die jüngste Steigerung der Löhne hätten nur zu geringen Preissteigerungen geführt, sagte Greenspan. Seine Äußerungen galten als klares Signal, daß die Zentralbank derzeit nicht an eine Erhöhung der Leitzinsen denkt.Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuß wird am kommenden Dienstag zusammentreten. Greenspan sagte, niedrigere Importpreise für Güter aus Asien "könnten den Inflationsdruck etwas mildern".Die Auswirkungen würden im Frühjahr noch klarer erkennbar sein.Er erwarte, daß das bisher kräftige Wachstum der US-Wirtschaft sich wegen nachlassender Exporte und billigerer Importe abschwächen werde. Die Währungshüter müßten wegen der binnenwirtschaftlichen Entwicklung aber weiter wachsam sowohl gegenüber höherer Inflation als auch einer Deflation als Folge eines Nachfragerückgangs sein, warnte Greenspan.Er vertrat die Ansicht, daß erwartete Überschüsse des Bundeshaushalts zur Verringerung der öffentlichen Verschuldung benutzt werden sollten.Dies würde den Druck auf die langfristigen Zinsen weiter reduzieren. Ein Rücktritt von US-Präsident Bill Clinton hätte nach Einschätzung amerikanischer Volkswirte kaum Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung und die Finanzmärkte in den Vereinigten Staaten.Clinton habe auch in der Vergangenheit wenig Einfluß auf die US-Wirtschafts- und Finanzpolitik gehabt, sagte Rudi Dornbusch, Volkswirt am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos.Deshalb würde ein Ausscheiden des Präsidenten kaum Folgen haben.Clinton steht wegen Sex- und Meineid-Vorwürfe seit Tagen unter Druck. So lange Finanzminister Robert Rubin und Notenbankchef Alan Greenspan im Amt blieben, werde sich in den USA nicht viel ändern, erklärte Dornbusch weiter.Beide bildeten "das beste Wirtschaftsteam der Welt", seien Garanten für ein stetiges, inflationsarmes Wachstum und damit der wichtigste Stabilitätsfaktor für die Märkte."Wenn Clinton geht, dann kommt eben Vizepräsident Al Gore." Auch der Chef-Volkswirt der Deutsche Bank Group Asia Pacific, Kenneth Courtis, sagte, er rechne bei einem Rücktritt nicht mit gravierenden Folgen.

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