Wirtschaft : Höherer Umsatz ist vor allem auf Fusion zurückzuführen

Der KarstadtQuelle-Konzern hat für 1999 ein Umsatzplus in fast allen Geschäftsfeldern zu vermelden. Insgesamt setzte der Konzern 33,45 Milliarden Mark um, ein Plus von 58,5 Prozent. Die Steigerung ist allerdings zum Großteil auf die Verschmelzung mit der Schickedanz-Gruppe (Quelle) zum 1. Januar vergangenen Jahres zurückzuführen. Allein dadurch sei der Umsatz um 12,14 Milliarden Mark gestiegen. Ohne diesen Sondereinfluss habe das Umsatzplus von Karstadt nur ein Prozent betragen. Im Warenhausbereich erreichte der Konzern den Angaben zufolge ein Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 15,39 Milliarden Mark. Die nicht dem Warenhausgeschäft zuzurechnenden Handelsketten Wehmeyer, Schaulandt, Schürmann, WOM und Runners Point einschließlich der LeBuffet-Gruppe hätten um drei Prozent auf 1,3 Milliarden Mark Umsatz zugelegt.

Die Quelle-Gruppe erwirtschaftete den vorgelegten Zahlen zufolge im Versandhandel nur ein leichtes Umsatzplus von 0,9 Prozent auf 12,14 Milliarden Mark. Die Neckermann-Gruppe habe im Versandhandel mit 4,5 Milliarden Mark 3,7 Prozent mehr Umsatz erzielt. Auch im Handel über das Internet gehe es bei KarstadtQuelle aufwärts. Ein Umsatz im E-Commerce von rund 214 Millionen Mark bedeute eine Steigerung um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

KarstadtQuelle teilte am Freitag weiter mit, dass nach gut zweiwöchigem Verkaufsstopp die Warenhäuser Karstadt und Hertie ab Sonnabend die Fußballtrikots des US-Herstellers Nike wieder in ihr Sortiment aufnehmen. Unabhängige Gutachten hätten keine gesundheitliche Beeinträchtigung durch die Kleidungsstücke festgestellt. Die Trikots waren am 6. Januar vorsorglich aus dem Verkauf gezogen worden, nachdem Informationen über den gesundheitsgefährdenden Stoff TBT in den Textilien aufgetaucht waren. Der Hersteller habe diese Meldungen nicht umgehend aufklären können, erläuterte KarstadtQuelle.

Gutachten des TÜV Rheinland, des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) und der Technischen Universität Aachen hätten ergeben, dass von den Trikots keine feststellbare Beeinträchtigung der Gesundheit ausgehe, erklärte KarstadtQuelle. Zuvor hatte Nike selbst Untersuchungen angestellt und mitgeteilt, dass die in den Fußballtrikots nachgewiesenen Schwermetallverbindungen für die Träger der Kleidungsstücke unbedenklich seien. Auslöser des Skandals um schadstoffbelastete Sportbekleidung war ein Bericht des Magazins "Plusminus", wonach Nike-Trikots von Borussia Dortmund besonders mit der Chemikalie Tributylzinn (TBT) belastet sein sollten. TBT ist eine Zinnverbindung, die Hormonhaushalt, Immunsystem und Nervensystem schädigen kann. Mehrere Kaufhausketten zogen daraufhin die Fußballtrikots aus dem Verkauf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben