Wirtschaft : „Höherwertiges ist gefragt“

26.02.2011 01:00 Uhr
Foto: Promo
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Der Bezirk ist beliebt – das zeigen viele Projekte. Nicht alle sind unumstritten

Herr Gröhler, die City West gilt derzeit als ausgesprochen stark nachgefragter Wohnstandort. Woran zeigt sich das?

Ich kann bestätigen, dass wir eine steigende Nachfrage nach Wohnraum feststellen. Das zeigt sich daran, dass die Mieten deutlich steigen, wobei vor allem Wohnungen im höherwertigen Segment gesucht sind. Im Gesamtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zeigen das gleich mehrere Projekte, zum Beispiel die Umnutzung von Haus Cumberland, das Projekt Lentzeallee oder die Bebauung der ehemaligen Kleingartenanlage in der Württembergischen Straße ...

... die alles andere als unumstritten ist.



Wir haben den Auftrag, Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu realisieren. Wir wollen die Standorte entwickeln, die in der Innenstadt liegen. Während wir die großen, zusammenhängenden Kleingartenanlagen sichern, wollen wir die kleinen, von guter Infrastruktur umgebenen einer Bebauung zuführen.

Ein anderes umstrittenes Projekt ist die Wohnbebauung neben dem Haus der Berliner Festspiele in der Schaperstraße. Wie ist hier der Stand?

Im Prinzip könnte die Bezirksverordnetenversammlung die Planreife erklären. Allerdings gibt es noch Beratungsbedarf, insbesondere wegen der Auswirkungen des Urteils des Oberverwaltungsgerichts zur Württembergischen Straße.

Sind Sie mit der Lösung für das ehemalige Bahnareal im Grunewald zufrieden?

Ja, das ist eine gute Sache. Auf Dauer konnten wir die große Brache neben dem ehemaligen Güterbahnhof nicht akzeptieren. Ich halte den Standort für sehr interessant. Denn wo sonst gibt es im Grunewald die Chance, ein freies Grundstück mit Wohnhäusern zu bebauen?

Welche Herausforderungen sehen Sie auf Ihren Bezirk zukommen?

Spannend wird die Frage, wie mit den Wohngebäuden aus den fünfziger Jahren umzugehen ist. Die sind ja weniger hoch und weniger dicht gebaut als die Gründerzeitgebäude. Mittlerweile hat man gemerkt, dass das gar nicht so gut ist, weil zum Beispiel Lärm in die Höfe dringt. Deshalb steht man vor der Frage, ob man diese Häuser verdichten kann oder ob man sie abreißen und an ihrer Stelle neu bauen soll. Das Problem dabei ist, dass viele dieser Häuser in Eigentumswohnungen umgewandelt worden sind – und da müssen Sie erst einmal die Interessen aller Eigentümer unter einen Hut bringen.

Klaus-Dieter Gröhler (CDU) ist Baustadtrat von Charlottenburg-

Wilmersdorf.

Mit ihm sprach

Christian Hunziker.

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