Wirtschaft : Hoffen auf den Euro-Jumbo

MARTINA OHM

Für amtliche Wirtschaftsförderer ist das ungefähr wie ein Sechser im Lotto.Die Hamburger haben zwar nicht grünes Licht für den Bau des geplanten europäischen Riesen-Airbus mit dem Branchen-Kürzel A3XX erhalten, der dem Jumbo von Boeing Konkurrenz machen und mit rund 500 Sitzplätzen und mehr im zivilen Flugverkehr neue Zeichen setzen soll.Aber den neuen Kleinen dürfen sie zusammenbauen - und nicht die Franzosen in Toulouse.Immerhin.Das sichert die Auslastung im Werk Finkenwerder, wo bereits zwei andere Airbus-Modelle endmontiert werden, und die Arbeitsplätze.

Noch sind die Orderbücher zwar prall gefüllt.Doch der Zuschlag bietet eine Perspektive für schlechtere Tage.Noch immer haben sich Hochs und Tiefs in der Branche abgewechselt.Erbarmungslos.Dolores hieß das Programm, mit dem die Daimler-Benz Aerospace AG, also die Daimler-Tochter Dasa, 1994 den schweren Weg aus dem Tal begann.Auch Hamburg-Finkenwerder wurde radikal umgekrempelt, die Kosten gedrittelt, die Durchlaufzeiten halbiert, die Abhängigkeit vom Dollar radikal abgebaut.Heute ist das fast vergessen.Die Dasa steht gut da.Trotzdem verlor das Managment nicht die Bodenhaftung.Trotz wahrer Auftragsflut gab es keine großartigen Neueinstellungen, sondern vorwiegend Zeitarbeitsverträge.Umso mehr hoffen die Hamburger nun auf den Euro-Jumbo.Der würde nämlich tatsächlich die Zulieferer anlocken und mithin für mehr stabile Arbeitsplätze sorgen.Und: schlechter sind die Chancen für eine Entscheidung zugunsten der deutschen Bewerberstädte Hamburg und Rostock nicht geworden.Aber offenbar auch nicht besser.Denn die Franzosen wollen sich alle erdenkliche Mühe geben, das prestigeträchtige Projekt doch noch an Land zu ziehen.

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