Wirtschaft : Hoffmann-La Roche

Der Konzern Hoffmann-La Roche gilt mit einem Umsatz von 16 Mrd.Schweizer Franken als das kleinste, aber feinste Unternehmen unter den Basler Chemie-Giganten und rangiert als Nummer neun unter den größten Pharma-Unternehmen der Welt.Roches Marktanteil liegt weltweit bei 2,6 Prozent.Im Vergleich: Die Nummer eins, Glaxo Wellcome, verzeichnet 4,7 und die Basler Konkurrenz Novartis als Nummer zwei 4,5 Prozent.Durch den Kauf von Boehringer Mannheim rückt Roche in der Rangliste aber ein gutes Stück nach vorn. Der Kaufmann Fritz Hoffmann-La Roche, Sproß einer angesehenen Basler Patrizierfamilie, gründete im Alter von nur 26 Jahren zusammen mit Max Traub 1894 ein Unternehmen zur Herstellung pharmazeutischer Produkte.1896 schied Max Traub aus dem Betrieb aus, und Fritz Hoffmann-La Roche gründete gemeinsam mit seinem Vater die Firma Hoffmann-La Roche, die 1919 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.Das Unternehmen wuchs rasch.Es entstanden Tochtergesellschaften in New York, London, Wien, St.Petersburg und Yokohama.In den 60er und 70er Jahren erweiterte "Hoffroche", so benannt nach dem Aktienkürzel, seine Produktpalette vor allem durch den Kauf zweier Schweizer Firmen.Mit der Firma Givaudan kamen Aroma- und Riechstoffe dazu, durch die Firma Maag Pflanzenschutzmittel. Heute verfügt der Roche-Konzern über eigene Produktionsgesellschaften in 30 und Vertretungen in rund 100 Ländern.Bekannt wurde Roche auch durch die hauseigene Forschungstätigkeit; dies nicht nur in der Schweiz, sondern ebenso in den USA, Großbritannien, Frankreich und Japan.In den 80er Jahren gingen aus dem Basler Roche-Institut für Immunbiologie gleich drei Nobelpreisträger hervor."Das Basler Nest", hieß es damals, "in dem Nobelpreisträger ausgebrütet werden." Der Konzern zählt heute 50 000 Mitarbeiter.Das Produktprogramm deckt praktisch die gesamte Medizinbranche ab und umfaßt Impfstoffe, Antibiotika und Feinchemikalien ebenso wie Gen-Diagnostik und künstliche Gelenke.Neue Wege in der Aids-Therapie wurden erst kürzlich mit dem hoffnungsträchtigen Präparat Invirase beschritten. Verwaltungspräsident Fritz Gerber ist schon seit längerem auf der Suche nach Unternehmen, die in die strategische Linie von Roche passen.Ende letzten Jahres verkündete er, daß er für lohnende Akquisitionen 15 Mrd.Franken auf die Seite gelegt habe - ein beachtliches Finanzpolster.Nach der Elefantenhochzeit der Basler Chemiekonzerne Sandoz und Ciba vor anderthalb Jahren blieb Roche nur der Weg nach vorn.ilo

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