Wirtschaft : Hoffnung auf Preisdämpfer bei Lebensmitteln

Von der guten Getreideernte könnten auch Verbraucher profitieren, meint der Bauernverband

Berlin - Auch wenn der letzte Scheffel noch nicht eingefahren ist – die Erntebilanz 2008 sieht schon jetzt deutlich besser aus als im Vorjahr. Der Getreideertrag stieg nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) um gut 16 Prozent auf rund 47 Millionen Tonnen und damit auf den höchsten Stand seit 2004. „Wir haben eine gute, aber keine Rekordernte eingefahren“, resümierte DBV-Generalsekretär Helmut Born am Donnerstag in Berlin. Nur in Bayern sei das Vorjahresergebnis nicht erreicht worden.

Die Folgen der insgesamt guten Ernte könnten bald auch Supermarktkunden spüren. „Aufgrund gesunkener Erzeugerpreise können sich die Verbraucher mittelfristig auf eine Drosselung des Preisanstiegs bei Nahrungsmitteln freuen“, sagte Born. Eine „Abwärtsfahrt“ bei den Preisen sei wegen der gestiegenen Kosten für die Erzeuger allerdings nicht zu erwarten. So habe sich allein der Düngerpreis seit 2006 verdoppelt. „Wir müssen uns mit der allgemeinen Inflationsrate bewegen, um den Kostenanstieg auffangen zu können“, sagte der Agrarlobbyist.

Steigende Lebensmittelpreise waren in den vergangenen Monaten neben teurer Energie der Hauptgrund für die hohe Inflationsrate in Deutschland, die auch im Juli bei 3,3 Prozent verharrte. Allein Brot und Brötchen hatten sich zwischen Juli 2007 und Juni 2008 um 5,5 Prozent verteuert. Doch obwohl auch der Brotgetreidepreis gesunken ist – Brotroggen ist in diesem Jahr ein Viertel billiger als 2007 – haben die Bäcker weitere Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Dass die Bauern für ihre Produkte in diesem Jahr weniger Geld bekommen, führt DBV-Generalsekretär Born auch auf die guten Ernteprognosen in der EU und weltweit zurück. „Es steht seit Jahren erstmals wieder mehr Getreide zur Verfügung, als gebraucht wird“, sagte er. Weltweit wird eine Weizenernte von 670 Millionen Tonnen erwartet – 60 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Aufgrund der hohen Nachfrage hatten die Bauern weltweit und auch in Deutschland die Anbauflächen ausgeweitet und die Hektarerträge kräftig gesteigert.

Die Prognose für die deutsche Obsternte fällt zurückhaltend aus. Wegen Frost und Hagel wird es weniger Äpfel, Birnen und Pflaumen geben als 2007. pet

0 Kommentare

Neuester Kommentar