Wirtschaft : Hoffnung bei Daimler in Ludwigsfelde

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Berlin/Stuttgart - Der Daimler-Chrysler-Standort im brandenburgischen Ludwigsfelde kann sich Hoffnungen auf die Schaffung von 90 zusätzlichen Arbeitsplätzen machen. Der Stuttgarter Autokonzern ist einem Zeitungsbericht zufolge bereit, auf die angedrohte Verlagerung von Verwaltungs-Arbeitsplätzen nach Prag zu verzichten. Stattdessen sollen die Stellen in Ludwigsfelde angesiedelt werden, wo insgesamt rund 2500 Beschäftigte Kleintransporter (Vario, Sprinter) herstellen.

Während die IG Metall von einer Entscheidung spricht, gibt sich der Konzern zurückhaltender. „Es liegen weiterhin alle Optionen auf dem Tisch“, sagte eine Daimler-Chrysler-Sprecherin am Freitag dem Tagesspiegel. Die Meinungsbildung sei vorangeschritten. „Aber es gibt noch keine Entscheidung.“ Der Autokonzern strebe einen „guten Kompromiss“ mit den Beschäftigten und der Gewerkschaft an.

Daimler-Chrysler will im Rahmen seines neuen Management-Modells Verwaltungsfunktionen bündeln, um Kosten zu sparen. Bestimmte Bereiche des Rechnungswesens, die bisher dezentral in vielen Standorten angesiedelt sind, sollen deshalb in drei so genannten „Shared Service Centern“ zusammengefasst werden. Neben Stuttgart (400 Mitarbeiter) und dem Lkw-Standort Wörth (100) steht dabei auch die Verlagerung von 90 Arbeitsplätzen ins Ausland zur Diskussion.

Nach Angaben der „Stuttgarter Nachrichten“, die sich auf Betriebsratschef Jörg Spies beruft, würde Daimler-Chrysler auf die Verlagerung in die tschechische Hauptstadt verzichten, wenn sich die Beschäftigten bei einer Ansiedlung in Ludwigsfelde auf längere Arbeitszeiten und eine geringere Bezahlung einlassen. Demnach fordert der Konzern offenbar, dass für die Beschäftigten im Rechnungswesen nicht – wie im Produktionswerk Ludwigsfelde – der Metall-Tarifvertrag gilt, sondern eine 2004 abgeschlossene Hausvereinbarung für Dienstleistungen, die unter anderem eine 39-Stunden-Woche vorsieht. Die Daimler-Sprecherin wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

Daimler-Chrysler-Aktien waren am Freitag stärkster Wert im Dax. Mit dem möglichen Verzicht auf Stellenverlagerungen nach Prag hatte dies allerdings nichts zu tun. „Das Management befindet sich auf Roadshow“, sagte ein Analyst. „Einige dieser langfristig orientierten Fonds und Pensionsfonds benötigen einige Zeit, bis sie investieren. Aber wenn die Großen reingehen, kann das die Märkte für Wochen bewegen.“ mot

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