Wirtschaft : Hoffnung für Anleger von Thyssen-Krupp Stahlwerke sollen „zeitnah“ verkauft werden

Essen - Der angeschlagene Stahlkonzern Thyssen-Krupp kann womöglich bald einen Schlussstrich unter das Milliarden- debakel seiner Investitionen in Übersee ziehen. Vor einem Jahr hatte Konzernchef Heinrich Hiesinger die Anlagen in Brasilien und den USA zum Verkauf gestellt, nachdem sich die Werke als gigantische Fehlinvestitionen entpuppt hatten. Zuletzt gab es Spekulationen, der Verkauf könnte sich verzögern. Mit der Ankündigung, dass ein Abschluss „zeitnah“ erfolgen könnte, hat der Konzern nun Hoffnungen geweckt.

Die Stahlwerke in Übersee sind derzeit wohl die größte Baustelle unter den zahlreichen Problemfeldern des Konzerns. Vor allem Abschreibungen für die Anlagen in Brasilien und den USA hatten den Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr mit fünf Milliarden Euro tief in die roten Zahlen gestürzt. Die bisherige Bilanz der Projekte fällt schon heute düster aus. Nach einem Gesamtaufwand von rund zwölf Milliarden Euro stehen die Anlagen heute noch mit 3,9 Milliarden Euro in den Büchern. Unklar ist, ob der hoch verschuldete Konzern selbst diesen Preis bei einem Verkauf überhaupt erzielen kann.

Vor allem an der Börse ist die Nervosität groß. Schon Medienspekulationen über mögliche Verzögerungen bei dem Verkauf hatten in dieser Woche den Kurs auf Talfahrt geschickt. Nach einem kräftigen Rückgang am Donnerstag ging es am Freitag nach der Mitteilung des Unternehmens jedoch wieder deutlich aufwärts.

Eine mögliche Veröffentlichung der lang erwarteten Verkaufsnachricht zusammen mit der Vorlage der Quartalszahlen am 15. Mai sei jedoch „eher unwahrscheinlich“, hieß es am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen. Verhandelt werde mit mehreren brasilianischen Interessenten, darunter mit dem Rohstoffkonzern Vale, der an dem Stahlwerk in Brasilien beteiligt ist, hieß es. dpa

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