Wirtschaft : Hoffnung für die Überlebenden

Maurice Shahd

Die Risikokapital-Gesellschaften sind in der Krise. Seit es mit den Börsen bergab ging, werden sie ihre Beteiligungen nicht mehr los. Noch vor ein bis zwei Jahren rissen ihnen die Anleger am Neuen Markt die Anteile an hoffnungsvollen Jungunternehmen aus den Händen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Venture-Capital-Firmen müssen umdenken und ihre eigenen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen. Das Zauberwort in der Branche heißt jetzt: Business Development. Statt möglichst schnell auszusteigen, halten die Finanzinvestoren ihre Beteiligungen länger und schießen weiteres Kapital nach. Dabei unterstützen sie die Unternehmen in ihrem Tagesgeschäft, um ihre Anteile irgendwann doch noch mit Gewinn zu verkaufen. Die entscheidende Frage dabei ist, welche Firmen diese Behandlung verdienen und welche geschlossen werden. Denn um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, müssen die Risikokapitalgeber ihre Portfolios bereinigen.

Doch vielen Venture-Capital-Firmen wird auch das nicht helfen. Sie haben in den Boom-Jahren viele Beteiligungen zu überhöhten Preisen gekauft. Der Abschreibungsbedarf für diese Investitionen ist gigantisch. Viele VC-Gesellschaften werden diesen Kraftakt nicht verdauen, wenn sie im nächsten Jahr ihre Beteiligungen nicht verkaufen können. Die Folge ist eine lange notwendige Konsolidierung in der Branche, aus der die soliden Unternehmen gestärkt hervorgehen könnten. Nach dem Wegfall der Besteuerung für den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen wartet auf die Überlebenden ein lukrativer Markt.

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