Wirtschaft : Hogrefe verlässt EnBW

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Foto: promo

Berlin - Er hat Al Gore nach Berlin geholt und die Dependance des Energieversorgers EnBW in der Hauptstadt zu einem Zentrum politischer und kultureller Dialoge gemacht. Zum Jahreswechsel legt Jürgen Hogrefe seine Funktion als Generalbevollmächtigter des Unternehmens nieder: „auf eigenen Wunsch und in gutem Einvernehmen“, wie EnBW am Donnerstag mitteilte. Der bestens vernetzte frühere Journalist, der gerade 59 Jahre alt geworden ist, werde dem Karlsruher Unternehmen weiter als Berater zur Seite stehen.

Der Vorstandsvorsitzende Hans- Peter Villis hob die Verdienste Hogrefes hervor. „Er hat intern wie extern für das Unternehmen wie für die Branche wichtige Impulse gesetzt“, erklärte Villis. Der scheidende Cheflobbyist habe EnBW in Berlin und Brüssel „hervorragend positioniert und präsentiert“.

Vor gut fünf Jahren hatte der damalige EnBW-Chef Utz Claassen Hogrefe geholt. Begonnen hatte dessen Karriere als Pressesprecher der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Fast zwei Jahrzehnte lang arbeitete er dann als Korrespondent des Nachrichtenmagazins „Spiegel“, zuletzt während der rot-grünen Jahre in Berlin. Vor der Bundestagswahl 2002 legte er eine Biographie über den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder vor.

Als EnBW-Statthalter in der Hauptstadt war sein größter Coup, Al Gore vor einem Jahr für einen Vortrag nach Berlin zu holen. Der frühere US-Vizepräsident war nur wenige Tage zuvor mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Vor rund 300 geladenen Gästen hielt Gore seinen Vortrag „Eine unbequeme Wahrheit“, der die Folgen des Klimawandels zeigt. Der einstige Grünen-Sprecher positionierte die Atomkraft als eine klimafreundliche Form der Energieerzeugung – ohne viel darüber zu reden. mod

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