Wirtschaft : Hohe Erwartungen an neue Bayern-Bank

MÜNCHEN (rtr).Die Bayerische HypoVereinsbank (BHV) stellt am Mittwoch erstmals als fusioniertes Institut ihre Geschäftszahlen vor.Die Neunmonatsergebnisse dürften nach Einschätzung von Analysten belegen, daß die neue Großbank im Aufwärtstrend liegt.Der Düsseldorfer Analyst Markus Striegl von der HSBC Trinkaus erwartet für die neun Monate einen etwa zehnprozentigen Anstieg beim Betriebsergebnis nach Risikovorsorge auf 2,48 Mrd.DM.Jedoch dürfte die Risikovorsorge mit 1,85 Mrd.DM noch einmal leicht über dem Vorjahreswert liegen, schätzt er.

Von einem Gewinnanstieg gehen fast alle Analysten aus.Striegl erwartet 4,45 DM je Aktie nach 3,21 DM im Vorjahr, sein Kollege Ulrich Horstmann von Merck Finck & Co 4,33 DM.Damit liegen sie im Mittelfeld der Prognosen von 3,90 DM bis knapp 4,80 DM.Die Experten sind sich einig, daß die großen Ertragssprünge erst in den kommenden Jahren kommen sollten.Dann sollten die positiven Fusionseffekte so richtig zum Tragen kommen.

Einen Gewinnanstieg auf 5,41 DM je Aktie für 1999 und einen weiteren Anstieg auf 7,02 DM im Jahr 2000 sagt Horstmann voraus.Und sein Kollege Striegl sagt, er erwarte für 1999 eine Steigerung um eine DM und für das folgende Jahr noch einmal um rund 1,50 DM mehr.Schließlich sollten dann die Fusionserträge richtig fließen, während der Fusionsauswand auslaufen dürfte, erklärten Analysten.

Allerdings sieht sich der Vorstand nach Einschätzung der Analysten am Mittwoch zunächst der Aufgabe gegenüber, die positiven Erwartungen der Aktionäre mit Fakten zu unterlegen."Jetzt geht es darum, das Vertrauen, das die Aktionäre der fusionierenden BHV entgegenbringen, zu rechtfertigen", sagt Striegl.Horstmann beispielsweise möchte etwas zu möglichen Risiken der neuen Großbank aus dem Immobiliengeschäft in Ostdeutschland hören.Kollegen erhoffen sich nähere Aufschlüsse darüber, wie der Fusionsprozeß intern abläuft und wo man im Zeitplan liegt.Immerhin hätten die Aktienmärkte einen erfolgreichen Fusionsverlauf vorausgesetzt, was nun belegt werden müsse.Daß auch die Aktionäre von der günstigen Entwicklung der BHV-Geschäfts profitieren werden, ist für Analysten klar.Auf 1,70 bis 1,80 DM veranschlagen sie die Dividende für 1998, zehn bis 20 Pfennig mehr als bei der alten Bayerischen Vereinsbank.Die Experten erwarten, daß die neue Großbank ihr Geschäft auch künftig mit Zukäufen in Zentraleuropa abrunden wird.

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