Wirtschaft : Hohe Gewinne der Vorwoche jedoch nicht verteidigt

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Der Dax-Neuling Epcos AG, München, ist am Montag - wie erwartet - relativ gut gestartet und der Kurs der Aktien entwickelte sich zunächst entgegen dem Markttrend. Die Papiere des Bauelemente-Herstellers führten am Vormittag die Liste der Gewinner mit einem Plus von mehr als gut drei an und kletterten bis auf 174 Euro. Zur Kasse um 13 Uhr lag die Notierung dann allerdings bei 164 Euro, gegenüber dem Vortagsschluss ein Minus von 0,50 Euro. Am Freitag vergangener Woche hatten die Papiere - vor dem Hintergrund der Aufnahme in den Deutschen Aktienindex - noch eine Kassa-Notierung von 186,80 Euro erreicht. Erst am Nachmittag etablierte sich die Notierung dann wieder bei 170 Euro.

Diese rasante Kursentwicklung ist allerdings zu einem guten Teil technisch bedingt. Insbesondere die großen Investmentfonds müssen auf die Aufnahme in den Deutschen Blue-Chip-Index reagieren und Aktien von Epcos zukaufen. Der Vorstandsvorsitzende der Epcos AG, Klaus Ziegler, hatte noch am Freitag in einem Gespräch mit dem Handelsblatt gewarnt: "Wir müssen sehr darauf achten, dass wir nicht abheben". Gleichzeitig hatte Ziegler für das laufende Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) ein Umsatzplus von mindestens 30 Prozent in Aussicht gestellt und die Hoffnung geäußert, dass nach der Aufnahme in den Dax vermehrt Privatanleger das Papier kaufen. Er verwies allerdings auch darauf, dass der Markt für Bauelemente sehr stark zyklisch sei, und mochte einen Abschwung für das Jahr 2001 nicht ausschließen.

Epcos bezeichnet sich derzeit als weltweite Nummer drei unter den Bauelemente-Herstellern, will aber schnell aufschließen. Derzeit werden Produktionsstätten in China, Indien und den USA ausgebaut. In den nächsten Jahren wolle Epcos durchschnittlich mindestens doppelt so schnell wie der Markt wachsen, so Ziegler. Akquisitionen schloss er nicht aus.

Epcos wird seit dem 15. Oktober an der Börse notiert und die Papiere konnten bereits am ersten Tag gut zehn Prozent zulegen. Bei der Emission waren die Papiere fünffach überzeichnet. Der Emissionspreis betrug 31 Euro. Siemens hält derzeit noch 12,5 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen. Matsushita ist ebenfalls mit 12,5 Prozent plus einer Aktie beteiligt. Größere Aktienpakete liegen bei Fonds in den USA und Großbritannien. Die Kursentwicklung der Aktie wird vor allem vor dem Hintergrund des Börsengangs von Infineon mit Interesse beobachtet. Für die Papiere des ebenfalls zum Siemens-Konzern gehörenden Halbleiter-Herstellers beginnt in der kommenden Woche die Zeichnungfrist.

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