Wirtschaft : Hohe Nachfrage nach Euro-Aktien erwartet

DÜSSELDORF (mat).Nachdem das neue Jahr und der Euro eingeläutet sind, kann in dieser Woche das Geschäft an der Börse wieder richtig losgehen.Die meisten Händler erwarten 1999 ein erfreuliches Börsenjahr.Nicht wenige gehen von einem Kursziel von 6000 Punkten aus und auch die erste Januarwoche werde sich freundlich moderat entwickeln."Auf jeden Fall wird die 5000er Marke nicht unterschritten werden", vermutet ein Händler.

Vor allem für das erste Halbjahr wird ein Aufwärtstrend des Deutschen Aktienindexes erwartet, denn für die meisten Anleger gebe es kaum eine Alternative ihr Geld gewinnbringend anzulegen.Schließlich biete der Rentenmarkt immer noch keine attraktive Alternative zum Aktiengeschäft.1999 wird es jedoch einen neuen Trend geben: Private und institutionelle Anleger werden langfristig von deutschen Aktienwerten auf europäische Werte umsteigen.Die wichtigsten Standardwerte des europäischen Aktienindex, des sogenannten EuroStoxx, werden damit in den Mittelpunkt des Interesses rücken.Die Experten gehen davon aus, daß der Dax immer mehr an Bedeutung verlieren wird.Das vermutet auch der Vorstandsvorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, Dieter Kauffmann.Dennoch werde es noch eine Weile dauern, bis die Kleinaktionäre "sich im Kopf von Dax auf Stoxx umgestellt haben." Spätestens Ende des ersten Halbjahres jedoch werden viele Anleger zu den europäischen Titeln gewechselt haben, glaubt Kauffmann.

Daß "die europäischen Themen gut ankommen werden", glaubt auch Gerhard Schwarz, Leiter der Anlagestratgie bei der HypoVereinsbank.Er vermutet, daß das erste Halbjahr freundlich verlaufen wird, im zweiten Halbjahr aber werde es wieder turbulent.Gefahr drohe weniger von den asiatischen Märkten, als vielmehr von den südamerikanischen Börsen.Vor allem Brasilien sei ein Problemfall, denn dort sei eine Abwertung der Währung immer noch im Bereich des Möglichen.Turbulenzen an den internationalen Finanzplätzen seien in diesem Fall nicht auszuschließen.Problematisch findet Schwarz auch das "Problem 2000"."Zwar behaupten alle Unternehmen, bestens auf dieses Problem vorbereitet zu sein, dennoch reicht es bei der weltweiten Vernetzung der Finanzsysteme, wenn ein Geschäftspartner Probleme bei der Umstellung hat, um auch die anderen ins Straucheln zu bringen", befürchtet der Experte.Gute Vorgaben erwartet Schwarz hingegen von der New Yorker Börse.Auch der Dollar werde vermutlich stabil bleiben, denn die amerikanische Notenbank und die Euopäische Zentralbank hätten ein lebhaftes Interesse daran, die Wechselkurse in der ersten Phase des Euros konstant zu halten.Auf der Zinsseite werde es ebenfalls keine Überraschung geben."Die kurzfristigen und auch die langfristigen Zinsen werden auf dem derzeitigen Niveau bleiben", glaubt Analyst Schwarz.Kauffreudige Anleger sollten die Automobilwerte in Betracht ziehen.Auch die Technologie- und Telekommunikationsbranche stehen auf der Kaufliste der HypoVereinsbank.Verkaufen solle man jedoch lieber Werte aus der Stahlbranche.

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