Wirtschaft : Hohe Risikovorsorge drückt Gewinn der WestLB

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Trotz Belastungen durch ihre Umstrukturierung will die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB) ihr Ergebnis in diesem Jahr steigern. Dafür spreche, sagte der WestLB-Vorstandschef Jürgen Sengera bei der Vorlage des Geschäftsberichtes, "dass wir in dem extrem schwierigen Marktumfeld des Jahres 2001 eine robuste Verfassung mit stabilen Erträgen bewiesen haben".

Zum 1. September soll die WestLB in eine öffentlich-rechtliche Muttergesellschaft, die Landesbank NRW, und eine privatrechtliche Tochter, die WestLB AG, aufgespalten werden. Vorausgegangen war ein Streit mit der Europäischen Union um staatliche Garantien für Landesbanken und Sparkassen. Während Sengera die WestLB AG leiten wird, ist für die Spitze der Landesbank Bernd Lüthje vorgesehen. Lüthje war bislang Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Öffentlicher Banken.

Sengera hatte der WestLB im vergangenen Jahr einen strikten Sparkurs verordnet. Bis zum Jahr 2004 sollen mehrere Standorte geschlossen und 1500 Stellen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen will man vermeiden. Gleichzeitig konzentriert sich die Bank auf ihr Kerngeschäft und trennt sich von Geschäftsfeldern. So stehen die Provinzial-Beteiligungen kurz vor dem Verkauf. Die Tochter Westdeutsche Landesbausparkasse soll abgespalten werden und geht später wahrscheinlich in den Besitz der nordrhein-westfälischen Sparkassen über. Entgegen früherer Ankündigung plant die WestLB eine andere Tochter, die Wertpapierabwicklungsbank WPS, vorerst zu behalten, weil sich ihr Geschäft "wieder stabilisiert" habe.

Laut Sengera hat die WestLB 2001 ihr operatives Ergebnis entgegen dem Branchentrend um 23 Prozent gesteigert. Doch wegen hoher Risikovorsorge halbierte sich der Jahresüberschuss vor Steuern auf 385,3 Millionen Euro. Ein Großteil der Risikovorsorge entfiel auf Wertberichtigungen bei Krediten - darunter 147 Millionen Euro für Enron - und eine verstärkte Länderrisikovorsorge, vor allem für Lateinamerika. Außerdem hat die WestLB 2001 43,1 Millionen Euro für ihre Umstrukturierung zurückgestellt. Wie hoch in diesem Jahr der Restrukturierungsaufwand sein wird, ist nicht klar. Aus dem Jahresüberschuss zahlt die WestLB eine auf fünf Prozent reduzierte Dividende.

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