Wirtschaft : Hoher Erlös macht Bankgesellschaft wertvoller

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Berlin - Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) kann sich die Hände reiben. Mit dem Verkauf der Berliner Bank für den unerwartet hohen Preis von 680 Millionen Euro ist der Mutterkonzern, die Bankgesellschaft Berlin, ein Stückchen wertvoller geworden. „Die Einnahmen der Landesbank aus diesem Verkauf stärken ihre Kapitalbasis und erhöhen ihren Wert“, sagte Sarrazin am Mittwoch. Die Ausgangslage für den Verkauf der Bankgesellschaftsanteile im kommenden Jahr werde sich dadurch verbessern.

Auch Experten rechnen damit, dass sich die Bankgesellschaft verteuern könnte. „Der Preis für die Berliner Bank zeigt, was die Kreditwirtschaft derzeit für Privatkunden zu zahlen bereit ist“, sagt Wolfgang Gerke, Professor für Bankenwesen in Nürnberg. „Da man hier einen guten Preis bekommen hat, könnte man auch bei der Bankgesellschaft noch eine Schippe drauflegen“, sagte Gerke. „Das Interesse an der Bankgesellschaft ist groß“, sagte auch Matthias Engelmayer von Independent Research. Der hohe Preis für die Berliner Bank sei ein Fingerzeig, in welche Richtung es im nächsten Jahr beim Verkauf der Bankgesellschaft gehe. Bisher war ein Preis von rund vier Milliarden Euro im Gespräch. Nimmt man den Börsenkurs als Maßstab, wäre die Bankgesellschaft derzeit gut 4,3 Milliarden Euro wert. Wenn es zu einem Bieterwettstreit kommt, könnte der Preis aber deutlich höher liegen.

Bis Ende 2007 muss das Land Berlin seinen 81-Prozent-Anteil an der Bankgesellschaft verkaufen. Das hat die EU-Kommission zur Auflage gemacht, als sie die Milliarden-Beihilfen genehmigte, mit denen das Land die Bankgesellschaft 2001 vor dem Ruin gerettet hatte.

Die Deutsche Bank darf nun nicht mehr für die Bankgesellschaft bieten. Es haben aber bereits mehrere andere Großbanken ihr Interesse angemeldet. Auch der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat ein Angebot angekündigt. stek

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