Wirtschaft : Hoher Ölpreis könnte Pauschalreisen teurer machen

Marktführer Tui schließt Zuschläge in der kommenden Saison nicht aus – trotz guter Geschäftszahlen

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Berlin Wer in den kommenden Monaten eine Pauschalreise für den Sommer bucht, muss sich auf steigende Preise einstellen. „Wir können nicht ausschließen, dass die Kunden wegen der extrem hohen Kerosinpreise in der kommenden Saison Zuschläge zahlen müssen“, sagte eine Sprecherin des Marktführers Tui. „Billiger dürfte es nicht werden“, heißt es auch beim Konkurrenten Rewe (ITS, Jahn, Atlas, Tjaereborg). Die Buchungssaison für das neue Reisejahr beginnt Anfang November. Derzeit sind die Kataloge in Vorbereitung.

2005 war für die Tourismus-Unternehmen bislang ein gutes Jahr. Trotz der Konsumzurückhaltung liefen die Geschäfte so gut wie zuletzt im Rekordjahr 2001. Tui etwa hält ein Plus im zweistelligen Bereich für möglich. Auch der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband ist optimistisch. „Das Geschäftsjahr 2005 ist erfreulich gut verlaufen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir die prognostizierten fünf Prozent Wachstum in diesem Jahr erreichen werden“, sagte eine Sprecherin.

Dennoch könnten die Rekord-Ölpreise dazu führen, dass Reisen teurer wird. „Wenn die Fluggesellschaften höhere Preise verlangen, müssten wir diese an die Kunden weitergeben,“ sagte die Tui-Sprecherin. Tui arbeitet mit allen großen Gesellschaften zusammen – Air Berlin, Condor, LTU, Lufthansa oder British Airways. Alle diese Unternehmen hatten für Einzelkunden in den vergangenen Wochen zum Teil mehrmals Kerosinzuschläge erhoben. Bereits seit Januar verlangt der Tui-Ferienflieger Hapagfly einen Zuschlag von zehn Euro auf Kurz- und Mittelstrecken (bis fünf Stunden Flugzeit) und von 23 Euro auf Langstrecken.

Bei Rewe „versuchen wir alles, um die Preise stabil halten zu können“, heißt es. Das ist auch bei Neckermann die Devise – deshalb soll bei Hotels und gecharterten Flugzeugen die Auslastung steigen. Dazu wird etwa die Zahl der Hotels in den neuen Katalogen ausgedünnt.

Ausgleichen lassen sich die womöglich steigenden Preise durch frühe Buchung der Reisen. „Eine vierköpfige Familie kann etwa 160 Euro allein dadurch sparen, dass sie sich rechtzeitig festlegt“, empfiehlt eine Rewe-Sprecherin.

Für die bevorstehende Wintersaison will der Münchener Reiseveranstalter Frosch Touristik (FTI) Preiserhöhungen ebenfalls nicht ausschließen: „Beim Kerosin wird es sicherlich noch weitere Erhöhungen geben“, sagte FTI-Sprecherin Petra Hartmann. brö/fw/hej

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