Wirtschaft : Holiday Autos verklagt Autovermieter Sixt

DÜSSELDORF (kol/HB/AP).Noch in dieser Woche wird der Mietwagenvermittler Holiday Autos gegen den Autovermieter Sixt vor einem Münchener Gericht eine Unterlassungsklage einreichen.Damit will Holiday Autos Sixt untersagen, unter der Marke "Holiday Cars" stärker in das Geschäft mit den Urlaubsmietwagen einzusteigen."Die Verwechslungsgefahr der Namen ist einfach zu groß", beschwert sich Michael Buller, Geschäftsführer der Holiday Autos GmbH, München."Wir haben unter dieser Marke das Geschäft mit Urlaubsmietwagen aufgebaut, und nun will sich Sixt an unseren Erfolg dranhängen", schimpft Buller und stellt klar: "Wir werden das nicht zulassen." Sixt reagierte gelassen auf die Ankündigung.Das Unternehmen benutze die Formulierung "Holiday Cars" nicht als Marke, sondern lediglich in einem Werbespruch, sagte ein Manager des Unternehmens.Anwälte seien beauftragt, die Angelegenheit zu prüfen.

Ein pikantes Detail des Streits: Vor kurzem hat Sixt vergeblich versucht, Holiday Autos zu übernehmen.75 bis 100 Mill.Pfund habe Sixt für das Unternehmen geboten, berichtet Buller.Holiday Autos, mit einem Jahresumsatz von 406 Mill.DM der weltweit größte Ferienauto-Vermittler, wurde 1987 in Großbritannien gegründet.Der wichtigste Unterschied zum klassischen Autovermieter: Holiday Autos verfügt nicht über eigene Wagen, sondern vermarktet die Kapazitäten zahlreicher Vermieter, darunter Europcar oder National/Alamo, aber auch regionale Anbieter.Das Entscheidende: Holiday macht die Mietwagen über die touristischen Reservierungssysteme in den Reisebüros buchbar und schnürt Pakete, in denen alle Zusatzleistungen wie Versicherungen oder örtliche Steuern inklusive sind.

Zugleich mit der Unterlassungsklage kündigt Holiday Autos die Zusammenarbeit mit Sixt.Bisher bekam Sixt pro Jahr von Holiday Autos rund 40 000 Mietwagenbuchungen vermittelt.Damit war Sixt ein großer, aber nicht der größte Partner von Holiday Autos.An National/Alamo etwa vermitteln sie pro Jahr weltweit etwa 400 000 Buchungen."Gerade weil wir Partner von Sixt waren, haben wir alles versucht, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln", betont Buller.Doch nachdem alle Versuche fehlgeschlagen sind, seien sie nun gezwungen, ihre Marke vor den Angriffen zu schützen.

Eine Hoffnung bleibt den Vermittlern von Urlaubsmietwagen trotz der harten neuen Konkurrenz: Der Markt ist noch lange nicht ausgeschöpft.Rund 60 Prozent der Mietwagenbuchungen werden nach Schätzungen von Branchenkennern von den Urlaubern vor Ort gemacht.Der ADAC gab unterdessen pünktlich zur Hauptreisezeit bekannt, daß er nun neben Sixt einen weiteren Kooperationspartner im Bereich Mietwagen hat.Der neue Partner heißt Holiday Autos.

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