Wirtschaft : Holland verliert Bestnote

Den Haag - Der Club der Musterländer in der Euro-Zone wird immer kleiner. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s entzog den Niederlanden und damit dem Heimatland von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Freitag die Spitzenbonitäts-Note „AAA“. Als Folge gibt es nur noch drei Länder in der Euro-Zone mit makelloser Bonitätsbewertung durch alle drei großen Ratingagenturen: Deutschland, Luxemburg und Finnland.

Dagegen findet S & P Gefallen an den harten Reformen in Spanien und änderte den Ausblick von „negativ“ auf „stabil“. Auch das ebenfalls mit internationalen Milliardenhilfen stabilisierte Zypern stuft S & P jetzt besser ein. Seine Finanzlage gilt nur noch als notorisch wechselhaft, aber nicht mehr als spekulativ.

Dijsselbloem sagte dem TV-Sender RTL, er sei enttäuscht von der Entscheidung der Ratingagentur. Sie werde aber nur geringe Folgen für die Refinanzierung des Staates haben: „Die Niederlande stehen in der Welt ganz oben, wenn es um ihre Finanzierung geht. Wir zahlen sehr niedrige Zinsen, und es gibt sehr wenige Länder, die ein höheres Rating haben als wir.“ Bereits zum Jahresbeginn hatte die US-Agentur Fitch den Niederlanden mit einer Herabstufung gedroht und den Ausblick auf „negativ“ gesenkt, den Schritt bislang aber nicht vollzogen. S & P bewertet die langfristige Kreditwürdigkeit des Landes nun eine Stufe tiefer mit „AA+“.

Die Ratingagentur begründet ihren Schritt mit schwachen Aussichten für das Wirtschaftswachstum des Landes. Den Ausblick stuft die Agentur als „stabil“ ein. Das Kurzfrist-Rating wurde mit „A-1+“ bestätigt. Das neue Langfrist-Rating „AA+“ bedeutet, dass die Niederlande weiter ein guter Schuldner sind, aber mit einem etwas höheren Risiko als Länder mit der höchsten Note „AAA“. rtr

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